Bulgarische Botschaft

Nachbarn informieren sich über die Zukunft des Botschaftsgeländes

PLITTERSDORF. Platz gab es am Donnerstagabend im Saal der "Alten Post" gerade noch genug. Allerdings vor allem in Form von Stehplätzen. Während der Sauerstoffgehalt in dem für die Präsentation der Pläne abgedunkelten Raum von Folie zu Folie abnahm, versuchten die zahlreichen interessierten Bürger, sich über die Neubaupläne für das Gelände der früheren Botschaft Bulgariens informieren zu lassen.

So weit die äußeren Bedingungen. Als mindestens ebenso dicht wie die Atmosphäre im Versammlungsraum erwies sich die Fülle der Fakten, die die Vertreter des Planungsbüros vor den rund 70 Plittersdorfern ausbreiteten. Deren Interesse kaprizierte sich erwartungsgemäß auf die Auswirkungen, die die Veränderungen in ihrem Umfeld mutmaßlich auf sie selbst haben werden. Und so kreisten die meisten der zahlreichen Fragen um den Ablauf der Bauarbeiten, Umfang und Höhe der neuen Gebäude sowie um den Aspekt, ob für die künftigen Nachbarn wohl auch ausreichend Parkplätze vorhanden sein werden - die selbstredend nicht bei den heutigen Bewohnern abgeknapst werden sollen.

Zu den Fakten: Das Botschaftsgelände, gelegen zwischen den Straßen Am Büchel und Auf der Hostert, wird sich vollständig verändern. Vom Beginn des neuen Jahres an werden sämtliche diplomatisch genutzten Gebäude abgerissen. Der Abriss soll bis in den Sommer weitgehend erledigt sein. Sodann sollen insgesamt sechs neue Häuser entstehen: zum einen drei so genannte Stadthäuser für je eine Wohnpartei, die sich Am Büchel in die Gebäudefront der entstehenden Baulücke einfügen sollen; zum anderen drei Mehrfamilienhäuser, die sich An der Hostert parallel zur Straße verteilen und jeweils sieben Wohneinheiten enthalten.

Während die Häuser Am Büchel in der Höhe exakt an die Nachbargebäude anschließen und zwei Geschosse sowie ein zurückversetztes Dachgeschoss mit Flachdach erhalten, umfassen die Mehrfamilienhäuser jeweils drei Geschosse plus Staffelgeschoss. Die Größe der Wohnungen soll zwischen 100 und 170 Quadratmetern liegen. Preislich würden die Immobilien "wohl eher im oberen Preissegment" liegen, ließ einer der Planer am Donnerstag durchblicken - was in der Versammlung sogleich Spekulationen über den Quadratmeterpreis von "5000 Euro oder mehr" provozierte.

Die Tiefgarage wird künftig von der "Hostert" befahren werden, und 34 Stellplätze beherbergen. Mithin mehr als gesetzlich gefordert, wie die Vertreter des Planungsbüros unterstrichen. Auch warben sie mit der lockeren Bebauung, die großzügige Begrünung möglich mache. Rings um das neue Wohngebiet soll ein 1,80 Meter hoher Zaun die Bewohner vor Unbill schützen, der später von einer Hecke umwuchert wird. Ende 2015 soll alles fertig sein.

Grundsätzliche Kritik seitens der Nachbarn gab es nicht. Politik und Verwaltung hatten bereits zugestimmt. Wie sich im Verlauf des Abends verdeutlichte, wird es für das Viertel mutmaßlich nicht die einzige Veränderung in nächster Zeit sein. "Auch über die Botschaft Südafrikas wird zurzeit verhandelt", verriet einer der Planer. Hier warf ein Zuhörer einen anderen Aspekt ein: "Die aktuelle Art der Bebauung der Botschaftsgelände verändert den Charakter Godesbergs massiv", kritisierte er. Die Bürogebäude der Diplomaten dürften jedoch nicht der Maßstab für die heutigen Bauten sein.