„Wir bieten Chancen“

Nach der Ausbildung zum Abitur am Friedrich-List-Berufskolleg

Zweiter Anlauf zum Abitur: Leonie Krohn macht in diesem Jahr ihren Abschluss am Friedrich-List-Berufskolleg.

Zweiter Anlauf zum Abitur: Leonie Krohn macht in diesem Jahr ihren Abschluss am Friedrich-List-Berufskolleg.

Bad Godesberg. Das Friedrich-List-Berufskolleg hat in Bonn das größte Angebot für die Fachoberschule 13. Voraussetzungen für die FOS 13 sind entweder die Fachhochschulreife, eine mindestens zweijährige, abgeschlossene Berufsausbildung oder eine mindestens fünfjährige Berufstätigkeit.

„Mein Interesse lag immer in der Physik und Meteorologie, aber ich habe es mir nie zugetraut“, sagte Tanja Brassel. Dann fasste sie Mut und entschloss sich, am Friedrich-List-Berufskolleg (FLB) ihr Abitur zu machen. Das hatte sie im Sommer dann in der Tasche: nach einem Jahr in der Fachoberschule (FOS) 13. Mittlerweile ist sie Studentin der Meteorologie an der Universität Bonn. „Wir bieten Chancen“, nennt Leiter Hermann Hohn das Motto der Schule, die am Samstag, 3. Februar, bei einem Tag der offenen Tür über den Bildungsgang informiert. Sie hat in Bonn das umfangreichste Angebot auf diesem Gebiet.

Brassel begann nach der Realschule eine dreijährige Ausbildung zur Einzelhandelskauffrau und hatte da schon ihren Berufsschulunterricht am FLB. Sie entschied sich für die Doppelqualifikationsklasse, für die auch Hohn Werbung macht. Dabei stocken die jungen Leute um vier zusätzliche Wochenstunden auf und „haben nach drei Jahren zur abgeschlossenen Berufsausbildung die Fachhochschulreife, das sogenannte Fachabi“, sagt Hohn. Doch mit der FOS 13 geht noch mehr: Es schließt sich ein weiteres Jahr am Kolleg an, bei dem die Schüler am Ende das vollwertige Abitur in der Tasche haben. Damit steht ihnen die Tür zu allen Studiengängen offen. Diesen Weg ist auch Tanja Brassel gegangen.

„Das Besondere an der Fachoberschule 13 ist der gute Kontakt zu den Lehrern und ein angenehmes Lernklima“, heißt es beim Kolleg. Dies bestätigt Christine Berger, die auch im Sommer 2017 ihr Abitur machte: „Durch das höhere Durchschnittsalter der Klassenkameraden war es untereinander immer ein sehr reifes, respektvolles, hilfsbereites und aufmerksames Klassenklima.“ Sie hatte schon immer den großen Wunsch, beruflich sozial tätig zu werden und Menschen zu therapieren, was nur mit einem abgeschlossenen Studium ausgeübt werden kann. „Indem ich mein Abitur am Friedrich-List-Berufskolleg machen konnte, ist mir dies nun möglich“, sagte Berger.

22 bis 24 Schüler in einer Klasse

Sie ist froh, dass sie immer Hilfe bekam, wenn sie sie brauchte. „Per E-Mail konnte man sogar nach der Schule und in den Ferien zu den Lehrern Kontakt aufnehmen. Man erhielt immer und schnell eine Antwort.“ Tanja bilanziert, dass sie in der FOS 13 sehr gut auf das Studium vorbereitet wurde und schätzt diesbezüglich das „sehr hohe Niveau, welches man später an der Uni benötigt“. Für sie sind es zwei Fliegen mit einer Klappe: Sie sammelte im zweiten Bildungsweg „tolle Erfahrungen“ im Beruf und kam so auch noch zu ihrem Uni-Traumfach.

Leonie Krohn, Schülerin der aktuellen Abiturklasse, hat vor drei Jahren aus „jugendlichem Leichtsinn“, wie sie sagte, ihr Abitur am Gymnasium abgebrochen. Während ihrer Ausbildung am FLB nutzte sie die Chance, sich für die FOS 13 zu bewerben und ist nun glücklich als Schülerin. „Wir haben jedes Jahr eine Klasse mit 22 bis 24 Schülern“, sagt Hohn.

Wer sich näher über FOS 13 informieren oder anmelden möchte, hat dazu am 3. Februar zwischen 9 und 13 Uhr Gelegenheit. Dirk Simons und Daniela Jacob stehen im Friedrich-List-Berufskolleg, Plittersdorfer Straße 48, als Ansprechpartner zur Verfügung. Alternativ können individuelle Beratungstermine per E-Mail an Daniela.Jacob@flb-bonn.de oder Dirk.Simons@flb-bonn.de vereinbart werden.