Gedenken an Fronleichnam

Mutter von Niklas Pöhler bedankt sich für Anteilnahme

Bad Godesberg. Die Mutter des gewaltsam zu Tode gekommenen Schülers Niklas Pöhler hat sich mit einer Anzeige für die Unterstützung in den vergangenen Monaten bedankt. Am Donnerstag findet eine Gedenkveranstaltung statt.

Die Mutter von Niklas Pöhler hat sich am Wochenende mit einer Anzeige im General-Anzeiger für die Zuwendungen, den Rückhalt, die Unterstützung und Anteilnahme von Familienangehörigen, Freunden, der Bevölkerung, Teilen der Politik und Kirche nach dem gewaltsamen Tod ihres Sohnes und dem ernüchternden Prozessausgang bedankt. "Das war mir Hilfe, Stütze und Trost im vergangenen Jahr", schreibt Denise Pöhler. Der 17-jährige Niklas wurde am 7. Mai 2016 in Bad Godesberg auf dem Weg nach Hause von drei Tätern attackiert und von einem so gegen den Kopf geschlagen, dass er eine Woche später starb.

An Fronleichnam am kommenden Donnerstag, 15. Juni, laden Denise Pöhler und die katholische Pfarrgemeinde Rheinviertel zu einem Freiluftgottesdienst im Panoramapark oberhalb der Bastei ein. Dabei gedenken die Teilnehmer dem verstorbenen Niklas. Beginn ist um 10 Uhr. Danach setzt sich die Prozession entlang des Rheins zum Rheinviertelfest an der Pfarrkirche Sankt Evergislus in Bewegung.

"Wir werden in Anwesenheit der Mutter und anderer Familienmitglieder in Stille an Niklas denken und für die Angehörigen beten, damit sie die Kraft behalten, die die Erinnerung, der Abschied und die Trauer weiterhin jeden Tag fordern", sagt Pfarrer Wolfgang Picken. Er begleitet die Familie seit dem Todesfall. Auch der designierte nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet hat seine Teilnahme an Gottesdienst und Prozession angekündigt. Er war bereits im vergangenen Jahr zu diesem Anlass nach Bad Godesberg gekommen.

Denise Pöhler wirft mit ihren Worten in der Anzeige auch einen Blick zurück auf das vergangene Jahr und die Entwicklung in Bad Godesberg. "Die große Anteilnahme hat dazu beigetragen, dass sich die Situation in Bad Godesberg positiv verändert hat. Viele haben neu ein Bewusstsein dafür entwickelt, dass der Gewalt unter Jugendlichen mehr vorgebeugt und entgegengewirkt werden muss", so Niklas' Mutter.

"Ungewöhnliche Klänge am Rhein"

Die Fronleichnams-Prozession wird in diesem Jahr von einer Formation von Dudelsackspielern und Trommlern begleitet. Sie werden im Wechsel mit den üblichen Prozessionsliedern und Gebeten zum Einsatz kommen. Der Dudelsack sei laut Picken ein altes Hirteninstrument und habe der Herde Orientierung geboten. Er passe deshalb gut zu diesem Anlass. "Das werden ungewöhnliche Klänge am Rhein sein", so Picken, der den Gottesdienst leiten und die Predigt halten wird.

Nach der gemeinsamen Eröffnung der Feier findet in Sichtnähe auf den Wiesen des Panoramaplatzes eine Kinderkatechese statt. Erstmals nehmen die fünf Kindertagesstätten der Kirchengemeinde und der Bürgerstiftung Rheinviertel mit geschmückten Bollerwagen an der Prozession teil. Sie wurden in den zurückliegenden Wochen von Kindern, Erzieherinnen und Eltern gemeinsam gestaltet und zeigen Symbole, die im Bezug zum Fronleichnamsfest stehen.

Die Prozession endet mit einem Schlusssegen in der Kirche St. Evergislus in Plittersdorf. Anschließend beginnt rund um den Kirchturm das Rheinviertelfest.