Konzert in Mausoleum Carstanjen

"Musik für die Ewigkeit" feiert Premiere

Das Adagio aus Bachs Violinkonzert a-Moll spielen junge Musiker vor rund 80 Zuhörern.

BAD GODESBERG. Wahrhaft fröhliches Vogelgezwitscher begleitete am Samstagabend zu Beginn die Premiere eines ganz besonderen Konzertgenusses vor dem Mausoleum von Carstanjen am Plittersdorfer Rheinufer, obwohl anschließend beim Konzert mit getragener Musikauswahl eher traurige Stimmung vorherrschte.

Der Himmel hatte seine Schleusen pünktlich zu Beginn der Veranstaltung "Musik für die Ewigkeit" geöffnet, und die Organisatoren um Solveig Palm vom Netzwerk Ludwig van B. mussten spontan umdisponieren. Die Idylle der Außenanlage rund um eine große Rotbuche ließ nicht zu, dass die Instrumente einen Weg über mehrere Stationen unbeschadet überstanden hätten.

Unter aufgebauten Großzelten begrüßte Dechant Wolfgang Picken als Vorsitzender der Bürgerstiftung Rheinviertel, zu deren Gunsten der Konzerterlös bestimmt war, rund 80 Zuhörerinnen und Zuhörer. "Das Publikum stammt überwiegend aus dem Kreis der Angehörigen, die im Mausoleum Verstorbene zur letzten Ruhestätte geleitet haben", erklärte er.

Seit inzwischen sechs Jahren ist das Mausoleum von Carstanjen eine christliche Begräbnisstätte. Das einmalige Kulturdenkmal am Rhein gilt als unvergleichbar würdevoller Ort für die Beisetzung von Urnen. In der Krypta des Gebäudes finden die Toten ihre letzte irdische Heimat, hieß es bei der Erläuterung des Gebäudes.

Die musikalische Seelenwanderung erfuhren die Teilnehmer als nicht so ausgeprägt wie Tod und Trauer und deren enger Beziehung zu Wasser und Tränen. Auf zwei Stationen begrenzt agierten die 17-jährige Christa Bähr mit Eichendorff- und Hölderlin-Gedichten sowie der 16-jährige Flötist Stephan Koch mit dem Vortrag des Präludiums "Syrinx" von Claude Debussy.

Weitere junge Musiker, geführt von Julia Kalbfleisch, gestalteten in der Rotunde des Mausoleum-Gebäudes den Adagio-Vortrag des Bach-Violinkonzerts in a-Moll. Das Junge Vokalensemble Bonn unter Leitung von Sonja Porath stellte Max Regers Chorsatz "Dein, o Herr ist die Kraft" vor. Bariton Peter Rembold sang, am Klavier begleitet von Michiko Tashiro, "Vier ernste Gesänge" von Johannes Brahms. Musikstudent Ergin Dogus trug Teile der Cello-Suite Nr. 5 c-Moll vor, ehe das Vokalensemble stimmlich den Abschluss des eindrucksvollen Auftritts übernahm.

Solveig Palm vom Netzwerk Ludwig van B. hatte schon lange die Idee, ein solches Konzert im und rund um das Mausoleum am Plittersdorfer Rheinufer zu organisieren. Die Resonanz war bei der Premiere so überwältigend, dass schon über eine Neuauflage nachgedacht wird - dann vielleicht bei besseren Witterungsverhältnissen.