Godesberger Treff

Mit mehr Licht gegen die Angst

Auf dem Podium: (von links) Dechant Wolfgang Picken, Polizeipräsidentin Ursula Brohl-Sowa, Sebastian Fiedler (BdK), GA-Chefredakteur Helge Matthiesen, Gerd Landsberg vom Städte- und Gemeindebund und Oberbürgermeister Ashok Sridharan.

Auf dem Podium: (von links) Dechant Wolfgang Picken, Polizeipräsidentin Ursula Brohl-Sowa, Sebastian Fiedler (BdK), GA-Chefredakteur Helge Matthiesen, Gerd Landsberg vom Städte- und Gemeindebund und Oberbürgermeister Ashok Sridharan.

Bad Godesberg. Die Stadtverwaltung plant, neuralgische Ecken in Bonn stärker auszuleuchten, um das Sicherheitsgefühl zu erhöhen. Die bestellten Leuchtmittel seien eingetroffen, berichtete Oberbürgermeister Ashok Sridharan am Montagabend beim Godesberger Treff im Gemeindezentrum der Marienkirche.

Mehr als 100 Bürger besuchten die GA-Veranstaltung, um nach dem Tod von Niklas P. über die Sicherheitslage in Godesberg und der Stadt insgesamt zu diskutieren.

Stadt will in Kürze Leuchten aufstellen

Wo genau die neuen Leuchten aufgestellt werden, kläre die Stadt in den kommenden Wochen, so Sridharan. Er kündigte zudem an, der Runde Tisch zum Thema Sicherheit werde sich noch in diesem Monat zum zweiten Mal treffen.

Bis November will die Verwaltung gemeinsam mit der Polizei besprechen, ob und wo in der Stadt Überwachungskameras installiert werden sollen. Dafür gibt es allerdings strenge Vorgaben des NRW-Innenministeriums, die Kameras nur an echten Kriminalitätsschwerpunkten zulassen. "Für mich ist klar: Sicherheit geht vor Datenschutz", betonte der Oberbürgermeister. Die Anschaffung von Videoanlagen werde auch keinesfalls am Geld scheitern.

In der Diskussion thematisierten einige Besucher auch den vermeintlich hohen Anteil von Straftätern aus Zuwandererfamilien - offizielle Zahlen, die das belegen würden, gibt es jedoch nicht. Den Parteien fehle der Mut, die richtigen Fragen zu stellen, kritisierte ein Godesberger: "Woher kommen diese gewalttätigen jungen Männer?"

Eine Mutter aus dem Stadtbezirk schilderte, wie sie das Stadtgespräch nach der tödlichen Attacke auf Niklas P. erlebt habe: Jeder habe gemutmaßt, dass die Täter aus Migrantenfamilien kämen. "Wir brauchen Aufklärung über dieses Thema, sonst blühen die Gerüchte", forderte sie.

Von Sebastian Fiedler, für den Bund Deutscher Kriminalbeamter (BdK) auf dem Podium, bekam sie Unterstützung: "Diese Probleme sind bekannt", sagte er. "Die Politiker müssen solche Sorgen ernst nehmen."

Die Godesbergerin, nach eigenen Worten in der Flüchtlingshilfe aktiv, ging aber unter dem Beifall des Publikums auch auf den multikulturellen Charakter des Stadtbezirks insgesamt ein - mit seinem hohen Anteil an Migranten, Flüchtlingen und Medizintouristen.

"Wenn ich als katholische Frau im Sommerkleid mit meiner Familie durch die Godesberger Innenstadt gehe, meinem Mann vielleicht einen Kuss gebe - dann fühle ich mich hier an manchen Tagen mit meinem Glauben und meinem Way of Life in der Minderheit."

Für das Podium war es nicht einfach, darauf eine Antwort zu finden. "Das ist eben so in einem freien Land", entgegnete Oberbürgermeister Sridharan. Die Stadt bemühe sich aber, mit Hilfe der Vebowag auch in anderen Stadtbezirken preiswerten Wohnraum zu schaffen, um eine breitere Verteilung der Zuwanderer zu erreichen.

Sridharan appellierte an die Zuhörer, selbst öfter in die Godesberger Innenstadt zu gehen: "Dann ändert sich dort das Erscheinungsbild." Unabhängig von der Frage der Herkunft waren sich viele Besucher in einem einig: Gerade gegenüber jugendlichen Intensivtätern solle der Staat seine Regeln rigoroser durchsetzen.