Godesberger Literaturpreis

Mit eindringlichen Gedichten zum Sieg

Holger Evang-Lorenz belegte den ersten Platz.

Holger Evang-Lorenz belegte den ersten Platz.

Bad Godesberg. Die Gedichte des Kölners Holger Evang-Lorenz sind eindringlich und behandeln Themen wie NS-Zeit, Heimkinder, Flüchtlinge und Suizid. Er wurde jetzt mit dem ersten Platz beim Bad Godesberger Literaturpreis belohnt.

In der Parkbuchhandlung wurde man mit Textausschnitten und Gedichten in andere, fantasievolle, aber auch reale Welten entführt, die zum Nachdenken anregten. Anlässlich der Vergabe des sechsten Bad Godesberger Literaturwettbewerbs lasen sieben Teilnehmer aus ihren Texten vor. Sie waren zuvor von der Jury – bestehend aus der Pädagogin Annie Kawak-Wegmann, GA-Redakteur Rüdiger Franz, dem Germanisten Norbert Oellers und Verleger Hans Weingartz – aus mehr als 500 Einsendungen ausgewählt worden.

„Dieses Jahr war es eine Explosion an Texteinsendungen, zuvor waren es zwischen 60 und 100 Texten. Auch der Einzugsbereich hat sich seit 2011 von Bonn und Umgebung über ganz Deutschland bis hin zu Europa verändert“, sagte Parkbuchhandlungschefin Barbara Ter-Nedden, die den Wettbewerb organisierte. Das Publikum hatte bei der Lesung die Möglichkeit, den Publikumspreis zu vergeben, während die Jury die ersten drei Plätze bereits festgelegt hatte.

Annie Kawka-Wegmann betonte in ihrer Laudatio für Evang-Lorenz die gedankenreiche, sachliche Sprache, die der Thematik der Gedichte gegenübersteht, sie aber in gewisser Weise ergänzt. „Sie sind zum Unsagbaren zurückgekehrt und halten damit die Erinnerung wach“, sagte Kawka-Wegmann.

Gabriele M. Göbel erhält Publikumspreis

Den Anfang des Wettbewerbs machte Günter Detro aus Rheinbach mit seinem Text „Das Gesicht“. Gabriele M. Göbel aus Bonn wurde für ihre fantasievolle Liebesgeschichte, die mit einer Reflexion des ursprünglichen Naturbegriffs in die heutige Zeit und den Aspekten von Natur, Kultur, Kindheit und dem Weg aus der Kindheit verbunden war, mit dem Publikumspreis ausgezeichnet. Außerdem belegte sie mit „Zaunkönig“ den zweiten Platz im Wettbewerb und wurde von Kawka-Wegmann für ihre anschauliche, lebendige Sprache und die Eröffnung neuer Denkräume gelobt.

„Von Anfang bis Ende“ hieß der Text der Aalenerin Annette Hübner. Peter Marius Huemer aus Wien stellte seinen Text „Der Grenzer“ vor, gefolgt von Sylvia Ludwig mit dem Text „Heimat verloren“. Der letzte vorgelesene Text „Zu fern, der Fremde“ stammte von Daniel Mylow aus Gladenbach, der das Leben des romantischen Dichters Friedrich Wilhelm Waiblinger behandelte. Mylow konnte den dritten Platz für sich beanspruchen, „die sprachliche Qualität ist außergewöhnlich gut, und ich wollte dem zunächst fragmenthaften Text auf die Spur kommen“, begründete Kawka-Wegmann die Entscheidung der Jury. Die Anthologie mit den sieben Texten erscheint demnächst im Kid Verlag.