Präsentation im Köllenhof

Mit dem Rad durch die Obstbauregion

Kommunen, Unternehmer und landwirtschaftliche Erzeuger arbeiten Hand in Hand, um mit der "Apfelroute" die Region attraktiver für Wirtschaft und Tourismus zu machen.

Kommunen, Unternehmer und landwirtschaftliche Erzeuger arbeiten Hand in Hand, um mit der "Apfelroute" die Region attraktiver für Wirtschaft und Tourismus zu machen.

Wachtberg. Der Verein Rhein-Voreifel-Touristik stellt sein Zukunftsprojekt "Apfelroute" vor.

"Der Verein Rhein-Voreifel-Touristik steht vor einem Quantensprung", leitete der Vereinsvorsitzende Rolf Schumacher, Bürgermeister von Alfter, die Präsentation der "Apfelroute" im Köllenhof ein. Das ist derzeit noch ein Arbeitstitel, die Projektplanung läuft jetzt an, aber für alle beteiligten Kommunen und den Rhein-Sieg-Kreis ist das ein Meilenstein. "Der Grundgedanke des Vereins hat jetzt sein erstes gemeinsames verbindendes Projekt", sagte die Swisttaler Bürgermeisterin Petra Kalkbrenner.

Um was geht es genau? Der Verein hat aus dem Fördertopf OP EFRE NRW rund 461.000 Euro bekommen und steuert noch einmal rund 115.000 Euro aus Geldern der Kommunen, des Kreises, von Unternehmern und Sponsoren bei, um das Vorhaben "Apfelroute" bis Ende 2019 zu finanzieren. Dafür wurden auch zwei neue Stellen geschaffen, die Thomas Baumann als Projektkoordinator und Stefanie Johnen als Mitarbeiterin besetzen.

Sie erstellen das Konzept, das die Kommunen der Region - dem RVT sind neben Swisttal noch Alfter, Bornheim, Wachtberg, Rheinbach und Meckenheim angeschlossen - über eine Themenradroute verbindet. Diese hat eine Länge von etwa 100 Kilometern, daneben sollen sechs kommunale Nebenschleifen entstehen.

Weiterhin sollen Lernstandorte rund um das Kernthema "Landwirtschaft/Kulturlandschaft" entstehen. Hintergrund des Ganzen ist, dass das touristische Angebot der Region aufgewertet und diese als Ausflugsziel, aber auch für kleine und mittelständische Unternehmen als attraktiver Standort profiliert werden soll. "Wir müssen das herausstellen, was die Region zu bieten hat und wofür die Region steht", sagte der Bornheimer Bürgermeister Wolfgang Henseler.

Und das ist insbesondere der Obstanbau - die Voreifel ist laut Frank Scheer vom Naturpark Voreifel eines der führenden Produktionsgebiete in Deutschland. "Hier kann man sich erholen und landwirtschaftliche Produktion erleben", sagte er. Die Produzenten würden vom Tourismus profitieren. Einer davon ist Biobauer Heinz Bursch, der das Projekt Apfelroute unterstützt. In Zeiten von zunehmender Landflucht hoffe er, "dass das andere Betriebe als Chance erkennen".

Aus dem EFRE-Fördertopf wurde auch das Grüne C mitfinanziert, das ebenfalls mehrere Kommunen verbindet. Diese beiden Projekte seien aber nicht vergleichbar, sagte Henseler, schon deshalb, weil der RVT deutlich weniger Geld zur Verfügung habe. "Wir nutzen hauptsächlich bestehende Strukturen."

Jetzt soll also das Potenzial der Region besser ausgeschöpft werden. "Es ist deutlich geworden, dass ein Geist geweckt werden soll", sagte Jörg Ostermann, erster Beigeordneter der Gemeinde Wachtberg und im Verein Rhein-Voreifel-Touristik für die Projektumsetzung zuständig.

Der RVT weihte außerdem am Mittwoch seine neuen Geschäftsräume ein. Bisher war er im Wachtberger Rathaus untergebracht, aber durch die beiden zusätzlichen Stellen wurde das dortige Büro zu eng. Jetzt nutzt er Räume im Kulturzentrum Köllenhof in Ließem, in dem auch schon das integrierte energetische Quartiersprojekt "KlimaQuartier Köllenhof" und andere untergekommen sind.