Bad Godesberger Gitarrentalent

Mit 14 schon ein Profi an der Gitarre

Linus Herrmann mit seiner E-Gitarre: Er übt täglich mindestens eine halbe Stunde.

Linus Herrmann mit seiner E-Gitarre: Er übt täglich mindestens eine halbe Stunde.

Bad Godesberg. Der Bad Godesberger Linus Herrmann durfte an einem bundesweit ausgeschriebenen Workshop für Nachwuchsprofis teilnehmen. Mit 14 Jahren war er der Jüngste unter den Teilnehmern.

Dass hier ein Musiker zu Hause ist, sieht man auf den ersten Blick. Wer zu Linus Herrmann hinauf ins Dachgeschoss des elterlichen Hauses in Friesdorf gestiegen ist, der findet an der rot gestrichenen Zimmerwand neben üblichen großen Plakaten gleich drei Gitarren hängen. Und in einer Ecke steht gleich noch ein Keyboard.

Am liebsten elektrisch mit ordentlichem Verstärker – so mag es Linus. Dabei spielt der 14-Jährige nur selten die Rocksongs, die er gewöhnlich im Ohr hat, sondern Jazz. Im Amos-Comenius-Gymnasium spielt der Neuntklässler in der Schul-Bigband „Almost Famous“ und seit drei Jahren nimmt er zusätzlich Unterricht bei Jazzgitarrist und Gitarrenlehrer Uwe Arenz aus Bad Godesberg.

Jetzt hat Linus, der schon mit acht Jahren die erste Gitarre auf dem Schoß hatte und nebenbei noch das Spielen der Ukulele lernte – seine Eltern Melanie und Kai sind selbst musikalisch und der Großvater sowieso – auch einen Profi begeistert. Nachdem er ein Probevideo gehört hatte, lud der erfolgreiche Gitarrist Peter Autschbach den Friesdorfer für ein Wochenende zu einem Workshop mit 15 weiteren jungen Talenten in die Musikschule Lennestadt-Kirchhundem ein.

Autschbach ist auch als Lehrer und Lehrbuchautor unterwegs

Autschbach selbst spielte unter anderem in der Queen-Show „We will rock you“ im Kölner Musical-Theater, tourt mit seiner Gruppe Terminal A durch Deutschland und im Ausland und stand mit Jazz-größen wie Barbara Dennerlein, Philip Catherine und Martin Kolbe auf der Bühne. Vor allem ist er aber auch als Lehrer und Lehrbuchautor unterwegs.

„Ich war zwar der Jüngste, aber die anderen waren alle sehr nett“, sagt Linus nach seiner Rückkehr. Neue Stücke hätten sie gar nicht geprobt. Stattdessen lernten sie Bandings, das Vibrato und Power Cords, berichtet der Nachwuchs-musiker fachmännisch. „Ich habe viel gespielt und echt viel gelernt“, fasst er zusammen. Zum Abschluss des Workshops gab es sogar ein öffentliches Konzert auf Burg Bilstein.

Die Musik dereinst zum Beruf zu machen, wäre für Linus durchaus eine interessante Option, „wenn sich das irgendwie ergibt“. Auf jeden Fall möchte der Teenager im neuen Schuljahr mit einigen Leuten aus der Schulcombo auch eine eigene Band auf die Beine stellen. Das wäre dann schon mal ein Anfang.

Aber auch wenn neben dem wöchentlichen Musikunterricht in und außerhalb der Schule täglich mindestens eine halbe Stunde fürs Proben und Üben draufgeht, bleibt Linus Herrmann noch Zeit für seine übrigen Hobbys. Im Schultheater hat er im vergangenen Jahr mitgespielt, er ist bei den Pfadfindern aktiv und trainiert Judo. Und demnächst will er regelmäßig in die Kletterhalle gehen. Kräftige Finger braucht er dann nicht nur für die Gitarre.