Kriminalität in Bonn

Mehr Straftaten in Bad Godesberg

BONN.  Wie ist es um die Sicherheit in Bonn bestellt? Diese Frage beschäftigt die Kommunalpolitiker, die nun eine Antwort von Polizeipräsidentin Ursula Brohl-Sowa erhalten haben.

Im Stadtgebiet Bonn gab es im vergangenen Jahr 549 Raubdelikte, das sind 65 oder 13,4 Prozent mehr als 2010. Die Zahlen für 2012 liegen noch nicht endgültig vor, allerdings ist bisher ein Rückgang der Fallzahlen zu erkennen, und zwar um ungefähr 20 Prozent, so Brohl-Sowa.

Das gleiche gilt für Raubdelikte auf öffentlichen Straßen, Wegen oder Plätzen. 2010 verzeichnete die Polizei 225 Fälle, 2011 waren es mit 306 Fällen 36 Prozent mehr. Für dieses Jahr sieht es besser aus: Bisher zeigt die Tendenz nach oben, es sind circa 18,3 Prozent weniger Raubüberfälle auf öffentlichen Straßen, Wegen oder Plätzen verübt worden.

In Bad Godesberg zeigt die Kurve in die andere Richtung: Generell werden mehr Straftaten verzeichnet. Waren es 2009 noch 6183 und 2010 insgesamt 6286 Taten, stiegen diese 2011 noch einmal auf 6703. "Dieser Trend setzt sich bislang in diesem Jahr fort", so Brohl-Sowa.

Bis September 2011 wurden in Bad Godesberg 4957 Straftaten verübt, bis September 2012 waren es deutlich mehr, und zwar 5705. Der Anstieg sei im wesentlichen auf die steigende Zahl der Taschendiebstähle (von 223 auf 324) sowie Sachbeschädigung auf Straßen, Wegen oder Plätzen (152 auf 233) zurückzuführen. Im Sachen Raub sieht es anders aus: Hier gingen die Zahlen von 88 auf 60 Fälle zurück.

Einbrüche: Landesweit gibt es immer mehr Wohnungseinbrüche, teilt Brohl-Sowa mit. Deswegen wurde ein Konzept erarbeitet und umgesetzt, das auf die Verbesserung der örtlichen Analyse, die systematische Spurensicherung, die Ausschöpfung der Fahndungsmaßnahmen und die Sensibilisierung der Bevölkerung Hilfestellung ausgerichtet ist. Die Umsetzung erfolgt im Schulterschluss mit den Nachbarbehörden der Bonner Polizei.

Bisher konnte die in diesem Jahr eingerichtete und auf Wohnungseinbruch spezialisierte Ermittlungsgruppe 200 Wohnungseinbrüche im Bonner Stadtgebiet, in Bad Honnef, Königswinter und dem linksrheinischen Rhein-Sieg-Kreis aufklären. Obwohl es bislang in Bad Godesberg mehr Einbrüche gegeben habe (es gibt eine Steigerung von 241 auf 377 Fälle), seien 45,6 Prozent davon aufgeklärt worden.

Personal: Die Bonner Behörde ist relativ alt, der Altersschnitt beträgt aktuell 48 Jahre. Bei der Direktion Kriminalität liegt er bei 50,5 Jahren. Von 1224 Beamten sind 33 dauerhaft erkrankt. Von den 320 Beamten, die bei der Direktion Kriminalität arbeiten, sind vier dauerhaft erkrankt.

Im September wurden der Bonner Behörde 49 neue Beamte zugewiesen, das bedeutet ein Plus von 26, wie die Pressestelle der Polizei im September mitteilte. Die zurzeit hohen Einstellungsquoten bei der gesamten Polizei "lassen erwarten, dass das Polizeipräsidium Bonn auch in den nächsten Jahren mit ähnlich hohen Nachersatzzahlen rechnen und eine Verjüngung der Behörde erfolgen kann".

Wie berichtet, hatte die Gewerkschaft der Polizei Mitte des Jahres Alarm geschlagen: Zu wenig Beamte, ein zu hoher Altersdurchschnitt, viele Kranke und viel zu viel Arbeit, das sei die Situation im Wachdienst. Auch Brohl-Sowa hatte nichts beschönigt, und im Juni mit Personalrat und Gewerkschaft beschlossen, eine Arbeitsgruppe unter Beteiligung der Führungskräfte, der Basis, des Personalrats und der Leitstelle einzusetzen, um die Engpässe möglichst gering zu halten. Weiterhin setze man auf den Nachersatz und das Projekt "Betriebliches Gesundheitsmanagement", um der hohen Krankenquote zu begegnen, hieß es damals.

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