Umbau des Fussballplatzes

Mehlemer bekommen ihren Kunstrasen

Mehlem. Der 1. FC Ringsdorff-Godesberg spielt derzeit auf anderen Plätzen in Godesberg und Wachtberg. Zum Jahresende hofft er aber auf ein besonderes Weihnachtsgeschenk.

Die Freude bei allen Sportlern ist groß: Endlich kommt der Kunstrasen nach Mehlem. Seit einigen Tagen kratzt der Bagger die Tenne vom Fußballplatz Am Rosenrain ab. Der riesige Haufen Asche, der dabei entstanden ist, wird bald abtransportiert.

„Es geht endlich los“, steht groß auf der Internetseite des 1. FC Ringsdorff-Godesberg. „Gott sei Dank, da warte ich schon seit Jahren drauf“, sagt Friedrich Lorenz, der die erste der beiden Seniorenmannschaften betreut. „Ich bin hier geboren, habe auf dem Platz als kleines Kind schon Fußball gespielt.“ Auch heute kickt der 62-Jährige hier und da noch ein bisschen mit.

Baustelle bedeutet auch Umzug: Die mehr als 200 Kinder und Jugendlichen und auch alle anderen trainieren nun in Berkum, Niederbachem, Heiderhof und Plittersdorf. Am Mittwoch ging bereits das erste Heimspiel auswärts über die Bühne: Beim Kampf um den Pokal siegte der 1. FC Godesberg 3:0 gegen Merzbach – auf dem Sportplatz des SV Wachtberg.

Mitglieder packen mit an

Vergessen ist die Verzögerung der Sanierung, entstanden durch einen späten Beschluss zum Doppelhaushalt 2015/16 (der GA berichtete). „Wir werden einen Luftsprung machen, wenn wir endlich auf dem Kunstrasen spielen können“, sagt Vereinsgeschäftsführerin Anita Kirchner, die auch als sachkundige Bürgerin im Sportausschuss sitzt. Es könnte ein Weihnachtsgeschenk sein: „Wenn es mit der Witterung hinhaut, sind wir Ende des Jahres fertig“, so Sebastian Deppe, Bauleiter bei der Firma Strabag Sportstättenbau.

Um den Tennenplatz stand es zuletzt schlecht: „Im Winter konnten wir bei Eis und Schnee nicht trainieren“, sagt Kirchner. Denn dann habe das Sport- und Bäderamt alles abgesperrt. Bei Regen „hatten wir eine Seenplatte“. Seit einem Bürgerantrag 2012 engagiert sich der 1. FC für die Erneuerung, die jetzt mit allem eine Million Euro kostet. Einige der 340 Mitglieder packen auch mit an und haben an der Seite zu den Bahngleisen den Handlauf abgebaut. Sie werden dort auch die schiefe Tribüne abbauen und sich um die Bepflanzung kümmern. Derzeit ist der Verein auf der Suche nach Sponsoren für Bandenwerbung.

Spuren aus dem Krieg

Man sieht an vielen Ecken dem mehr als 40 Jahre alten Platz an, dass er nicht mehr in Schuss ist: Das Unkraut wuchert, Tribünenplatten sind aus den Fugen geraten, das alte Kopfballpendel steht wie ein Galgen vergessen und ungenutzt am Spielfeldrand – wird auch abgebaut, wie es Gerhard Theisen vom Sport- und Bäderamt bei einer Inspektion vor Ort mitteilt.

Bei einer Kampfmitteluntersuchung des Untergrunds im vergangenen Winter kam übrigens ein Laufgraben aus dem Zweiten Weltkrieg zum Vorschein, erinnern sich Astrid Oppenländer und Peter Kläs vom Büro S+P Freiraumplaner. Der musste freigelegt werden. Es stellte sich aber heraus, dass darin keine Munition mehr lag. „Man hatte nur einen Blecheimer gefunden“, sagt Oppenländer. Pünktlich nach der Spielpause war alles wieder zu, damit die Spieler wieder auf den Platz konnten. Im kommenden Jahr sollen laut Plan weitere Plätze in Bonn einen Kunstrasen erhalten: Heiderhof, das Alte Godesberger Stadion, Dransdorf und Schwarzrheindorf.

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