Lions Club Bonn-Bad Godesberg

Medizintechnisches Gerät für Ghana

Manfred Spitznas und Alfred Osafo-Kwaako.

BAD GODESBERG. Der Arzt Alfred Osafo-Kwaako will mit Hilfe des Lions Clubs Bonn-Bad Godesberg eine alte Augenklinik reaktivieren. Vor allem moderne Operationen, die bisher in Ghana nicht durchgeführt werden konnten, würden mit den neuen medizinischen Geräten möglich.

Von einem Traum spricht Alfred Osafo-Kwaako, wenn er erzählt, was in Kpando entstehen soll. Mit medizinischen Geräten aus Deutschland will der Mediziner in der ghanaischen Kleinstadt in der Volta-Region eine alte Augenklinik zu neuem Leben erwecken. Möglich wird das dank einer Spendenaktion von Manfred Spitznas, ehemaliger Leiter der Universitäts-Augenklinik, und des Lions Clubs Bonn-Godesberg.

Um die richtige Bedienung der modernen Apparaturen zu erlernen, besucht Osafo-Kwaako zurzeit verschiedene Kliniken in NRW, darunter auch die Bonner Uniklinik.

Vor allem moderne Operationen, die bisher in Ghana nicht durchgeführt werden konnten, würden mit den neuen medizinischen Geräten möglich, erklärt Spitznas. Zum Beispiel könne Grauer Star nun frühzeitig, das heißt vor der Erblindung des Patienten, operiert werden.

Das Gleiche gelte für Grünen Star, der "in Ghana wie eine Volksseuche, viel schlimmer als hier, grassiert", und Netzhauterkrankungen bei Diabetikern. Alleine 1800 Menschen mit Grauem Star (Trübung der Augenlinse) blieb pro Jahr eine notwendige Operation versagt.

Auf die Idee für die Aktion brachte Spitznas ein Studienfreund aus der Organisation "German Rotary Volunteer Doctors" (GRVD). Das Angebot lautete: "Was ihr an Material zusammen tragen könnt, transportieren wir nach Ghana. Und das hat mich heiß gemacht", scherzte Spitznas. Daraufhin setzte der Professor, der 21 Jahre lang die Universitätsaugenklinik geleitet hat, alle Hebel in Bewegung.

Neben der medizintechnischen Industrie hätten auch befreundete Kollegen gespendet. Das sensationelle Ergebnis: eine Klinik- und OP-Ausstattung, mit gebrauchten, aber technisch auf den neuesten Stand gebrachten Geräten im Wert von rund 250.000 Euro. Der erste Teil sei bereits in Kpando angekommen, der zweite folge in Kürze.

"Uns ist es ganz wichtig, Hilfe zur Selbsthilfe zu leisten", erklärt Spitznas. "Wir wollen das Projekt begleiten, bis es auf eigenen Füßen steht." Im Einzelnen heiße das, dass Ärzte aus deutschen Kliniken den richtigen Gebrauch der Spezialgeräte an Ort und Stelle begleiten und für den technisch einwandfreien Zustand sorgen.

Dank Osafo-Kwaako könnten auch weitere ghanaische und nigerianische Kollegen ausgebildet werden. Mit finanziellen Spenden will der Lions Club zudem erreichen, dass auch mittellose Patienten aus der Region versorgt werden können. Im November will Spitznas selbst mit weiteren Fachleuten nach Ghana reisen, um sich ein Bild zu machen.

Dass es ausgerechnet Osafo-Kwaako ist, den die Verantwortlichen für die Leitung der neuen Augenklinik im Marquart Krankenhaus in Kpando gewinnen konnten, klingt wie ein kleines Märchen. Denn der Augenchirurg, der bisher alleine für rund zwei Millionen Menschen in der ländlichen Volta-Region zuständig war, hat eine ganz besondere Beziehung zu dem Krankenhaus. Die deutsche Missionsärztin Margret Marquart, die die Klinik einst gründete, lernte in den 1960er Jahren eine junge Ghanaerin kennen.

Ihr verschaffte sie ein Stipendium für ein Medizinstudium in Deutschland. Später kehrte die Frau als Gynäkologin zurück nach Kpando. Diese Ärztin, die bald eine regionale Berühmtheit wurde, war Osafo-Kwaakos Mutter. "Als ich das Angebot bekam, am Marquart Krankenhaus zu arbeiten, habe ich keinen Moment gezögert", so der Sohn.

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