Sanierung des Turmes der Godesburg

Mauerspechte in luftiger Höhe

BAD GODESBERG. Die Sanierung des Turmes der Godesburg geht planmäßig voran. Der Restaurantbetrieb läuft dabei weiter.

Dieser Arbeitsplatz stärkt das Immunsystem: In luftiger Höhe von 30 Metern hockt Klaus Schillalis auf dem zugigen Baugerüst, das sich seit Mitte September an den Bergfried der Godesburg schmiegt. Stein für Stein nehmen sich der Bonner Steinmetzmeister und seine Kollegen vor und überlegen, wie mit ihm weiter zu verfahren ist. Im Herbst 2013 wollen sie mit der Sanierung des markanten Burgturmes fertig sein.

Beim verbauten Gestein handelt es sich einerseits um die ursprünglichen Tuffsteinziegel aus dem 13. Jahrhundert, als die Godesburg gebaut wurde. Andererseits musste die Mauer in den darauffolgenden Jahrhunderten immer wieder ausgebessert werden.

"Hierfür wurden Ziegelsteine verwendet, an anderen Stellen hat man großflächig Zementmörtel verwendet, der für diesen Zweck aber zu hart und unflexibel ist und sich deshalb später ablöste", erklärt der zuständige Restaurator Thomas Lehmkuhl.

Die Folge wurde 2005 sichtbar, als herunterfallendes Gestein und Zementstücke immer wieder für Überraschungen bei Besuchern sorgten. "Wir mussten zunächst einmal für die Finanzierung sorgen und die Sanierung sorgfältig vorbereiten, deswegen wurde der Turm damals erst einmal gesichert", erklärt Alfred Beißel vom Liegenschaftsmanagement der Stadt.

Also wurde damals ein Fangnetz um den Bergfried gespannt, das sich seitdem offenbar gut bewährt hat: "Wir haben darin hunderte Kilo Gestein aufgefunden", sagt Thomas Lehmkuhl. Der nachträglich aufgetragene Zementmörtel wird nun überall abgetragen, sodass das Original-Mauerwerk freiliegt. Dessen Tuffziegel werden je nach Abnutzungsgrad restauriert oder ersetzt und später neu verfugt.

Ziel sei es ausdrücklich, so Lehmkuhl, möglichst viel von der historischen Bausubstanz zu erhalten. "Exemplarisch haben wir dafür mehrere Musterflächen angelegt, die wir gemeinsam mit der Denkmalbehörde erörtern", sagt Klaus Schillalis. Er und vier weitere Kollegen werden den Winter über durcharbeiten. Im Frühjahr wird der Trupp auf ein Dutzend Arbeiter verstärkt, damit der Zeitplan auch eingehalten werden kann.

Das hört vor allem Marion Hauck, die Pächterin der Godesburg, gern: "Uns haben viele Anfragen von irritierten Gästen erreicht. Einige wollten wissen, ob wir überhaupt geöffnet haben, andere dachten, dass die Aussicht aus dem Restaurant von einem Gerüst verstellt sei", schildert sie die Verunsicherung.

Auch Absagen von Unternehmen habe es gegeben, nach dem Motto: Wir können unseren Vorstand nicht über eine Baustelle führen. "Um es noch einmal deutlich zu sagen: Das Restaurant ist weiterhin uneingeschränkt geöffnet, die Baustelle betrifft ausschließlich den Turm", unterstreicht die Pächterin.

Um die Sanierung des Bergfrieds war in der städtischen Haushaltspolitik lange gerungen worden. Insgesamt sind die Kosten mit 1,2 Millionen Euro veranschlagt worden, allein das aufwendige Gerüst mit seiner Einhausung schlägt mit 100.000 Euro zu Buche. Von den Gesamtkosten übernehmen Bund und Land 700.000 Euro.