Bonner Immobilienunternehmer

Marc Asbeck plant neues Toprestaurant für Bonn

Am Frühstückstisch im Haus von Marc Asbeck und seiner Familie: Den Quark mit Früchten garniert er gerne mit Pfirsichsaft. Croissants dürfen morgens aber auch nicht fehlen.

Bonn. Wenn Marc Asbeck ist, was er isst, dann sind schon bei der Auswahl des Frühstücks Genussmensch und rational denkender Unternehmer gleichberechtigt vertreten. So ist es auch im Beruf: Er plant ein Spitzenrestaurant in einem historischen Baudenkmal und baut ein energieoptimiertes Bürohaus auf Vorrat, weil er findet, dass beides in Bonn fehlt.

Marc Asbeck frühstückt zu Hause. Auf dem großen Esstisch der Familie, der in einem Haus in Bad Godesberg steht, gibt es viel Obst und - als der Fotograf weg ist - auch Nutella für die Croissants. Den fettarmen Beerenquark garniert der Hausherr mit Pfirsichsaft. Was er morgens nicht leiden kann? "Warme Butter."

Wenn Marc Asbeck ist, was er isst, dann sind schon bei der Auswahl des Frühstücks Genussmensch und rational denkender Unternehmer gleichberechtigt vertreten.

So ist es auch im Beruf: Er plant ein Spitzenrestaurant in einem historischen Baudenkmal und baut ein energieoptimiertes Bürohaus auf Vorrat, weil er findet, dass beides in Bonn fehlt.

Der Immobilienkaufmann hat schon ins Regierungsviertel investiert, als andere noch den Wegzug nach Berlin betrauerten und in Bonn die Lichter ausgehen sahen.

Asbeck: Es war ein geschichtsträchtiger Standort, an den nur wenige geglaubt und wo viele kalte Füße bekommen haben. Es wäre mir leichter gefallen, wenn es die Schulterklopfer von heute vorher gegeben hätte.

Mittlerweile arbeiten in Asbecks Immobilien fast 5000 Menschen, darunter viele, die neu zugezogen sind. Er hat seit 1994 nicht nur die ehemaligen Landesvertretungen von Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland und Schleswig-Holstein saniert, sondern auch in Neubauten investiert. Inzwischen ist mit den "Tower Park Offices V" der achte Bürobau in Arbeit. Im kommenden Jahr will Asbeck in Bonn insgesamt 500 Millionen Euro investiert haben. Mieter die Deutsche Post DHL, das Katholische Medienhaus, die Max-Planck-Gesellschaft, das Bankhaus Lampe und die Universität Bonn.

Asbeck ist Perfektionist und verlangt Perfektion "in Grundzügen" auch von seinem Umfeld. Die Firma Marc Asbeck Grundbesitz Bonn (MAG) ist keine GmbH, sondern eine sehr persönliche Sache. Eher eine Bonner Familie, die in Bonns Zukunft investiert.

Asbeck: Ich mache alles mit meinem eigenen Namen. In dieser Größenordnung ist das völlig unüblich, aber ich unterzeichne jedes Engagement mit voller Haftung in mein Gesamtvermögen.

Familie zieht sich wie ein roter Faden durchs Gespräch. Seine Frau und die zwei Söhne sind für den 44-Jährigen das Wichtigste überhaupt. Aber auch die Arbeit spielt immer wieder ins Private und findet den Weg bis an den Abendbrottisch. Ganz abschalten kann der Unternehmer nur selten. Was treibt ihn an?

Asbeck: Ich habe zu kurz und zu wenig im Sandkasten gesessen und mit Förmchen gespielt. Heute spiele ich mit größeren Steinen. Wahrscheinlich gibt es andere unternehmerische Bereiche, wo Geld kurzfristiger zu verdienen wäre.

Zurzeit plant Asbeck das Rheinblick Palais, ein luxuriöses Bauprojekt mit 49 Wohnungen auf dem Grundstück "Beckers Garten" am Rüngsdorfer Rheinufer. Im Film, der auf der Internetseite zu sehen ist, spricht die sonore Synchronstimme von Jack Nicholson über "Leben am Strom". Obwohl noch nicht gebaut wird, redet der fiktive Erzähler im Film über ein Haus, in dem er 20 Jahre wohnt.

Und wenn er davon erzählt, wie die "großen Jungs mal wieder vorbeizuschauen", dann ist das auch ein Stück weit Asbecks eigene Zukunftsmusik. Zukunftsgerichtet ist auch der Bau selbst geplant: barrierefrei, strahlungsfrei und allergikergeeignet. Das neue Wohnquartier ist bereits durchdacht bis zum Hundewaschplatz im Keller. Wer die drei großen Hunde der Familie aus dem Garten kommen sieht, kann sich vorstellen, warum solch eine Dusche für matschige vier Pfoten kein Luxus ist. Die Wohnungen im Rheinblick Palais sollen, wie die anderen Immobilien auch, nicht verkauft, sondern vermietet werden.

Asbeck: Das hat etwas mit Nachhaltigkeit und dynastischem Denken zu tun. Das Lieblingsstofftier hätte man früher auch für kein Geld der Welt verkauft. So geht es mir auch mit diesem Grundstück.

Besonders liegt Asbeck die ehemalige Residenz des ägyptischen Botschafters am Herzen, die heute von der Max-Planck-Gesellschaft genutzt wird. Oder das Kutscherhaus der hanseatischen Landesvertretung, das für Spitzengastronomie umgebaut wird. Die "Remise" soll im kommenden Jahr öffnen und ein Restaurant werden, "wo man den Gast schätzt, kein elitärer Club". Es wird auf jeden Fall Stoffservietten geben. Wo es keine gibt, geht Asbeck wieder.

Asbeck: Essen hat für mich einen hohen Stellenwert. Sport sehe ich hingegen eher als Selbstzweck. Ich habe dieses Glücksgefühl beim Laufen nicht. Aber ein gut abgehangenes Rinderfilet, das ich bei 90 Grad im Ofen gegart habe, das ist schon berauschend.

Asbeck und seine Frau Alexandra haben sich schon mit den Weinen beschäftigt, die nur im neuen Restaurant in der Remise ausgeschenkt werden sollen. Der 44-Jährige hat viele Interessen. Man kann ihn auf dem Golfplatz treffen oder im Rennwagen.

Asbeck: Das exklusivste Hobby ist, im Urlaub in die Nordsee zu springen. Das kann keiner verstehen, der die Nordsee nicht versteht.

Und so ist es nicht verwunderlich, dass die zweite Heimat der Familie am Meer ist.