Zehnjähriges Jubiläum der Bürgerstiftung Rheinviertel

Leuchtfeuer von der Godesburg

BAD GODESBERG. Unter dem Motto "Zehn Jahre die Gabe zu geben" hat die Bürgerstiftung Rheinviertel mit einem Burgfest auf der Godesburg ihren zehnten Geburtstag gefeiert. Los ging es bereits am Freitagnachmittag mit einem Fest für die Kinder aller 13 Kitas im Kindergartennetzwerk Bad Godesberg und ihre Familien.

Der Abend wurde dann von einem Empfang für die Ehrenamtlichen eröffnet und ging anschließend in ein Fest für jedermann über. Mehr als 400 Gäste tummelten sich abends vom Burghof bis zum Rittersaal auf der ganzen Burg.

Nachdem sich nachmittags bereits kleine Ritter und Burgfräulein beim Bogenschießen, Buttonpressen, Kronenbasteln und Turmerklimmen austoben konnten, waren abends ihre Eltern am Zuge. Zu den "groovigen" Klängen der Boogie Wonder Stars unterhielt man sich bei leckeren Gerichten vom Grill und aus der Partypfanne, gezaubert vom Team der Godesburg, angeregt bis in die späten Abendstunden. Später übernahm dann DJ Stefan Heckel, der die Gäste bis ein Uhr nachts in Bewegung hielt.

Anfang Juni hatte die Stiftung zum selben Anlass bereits einen Ball auf dem Petersberg veranstaltet. Dieser sei in erster Linie dazu da gewesen, Spenden zu sammeln, so Dechant Wolfgang Picken, Vorsitzender der Stiftung, der sich Freitagabend nach größten Kräften mühte, jeden Gast persönlich zu begrüßen. Beim Burgfest hingegen wolle man "allen ehrenamtlichen Helfern ausdrücklich Danke sagen und die Gelegenheit nutzen, einfach einmal gemeinsam zu feiern". Die Stiftung lebe klar von beiden Seiten - Spendern und Ehrenamtlern. Aber es sei vor allem das ehrenamtliche Engagement, das die Stiftung ausmache. Sie sei der Erfolg nicht einer Strategie, sondern des "guten Herzens der Leute", so Picken.

Bei der Gelegenheit zeigte er sich schockiert von der Studie über das Freizeitverhalten der Deutschen. Statt wie angenommen zwei Drittel, engagieren sich laut ihr nur etwa die Hälfte der Deutschen ehrenamtlich. Dies sei ein Trend, den man in der Stiftung nicht bestätigen könne. Nachwuchsprobleme gebe es keine, das liege an der großen Bandbreite an Möglichkeiten sich zu engagieren, führte Picken aus. Die Projekte der Stiftung reichen vom Palliativdienst, über Hospize und Beratungsangebote bis hin zu Buchpatenprojekten und Kindertagesstätten. "Jeder, der sich engagieren will, findet hier etwas", so Picken. Die Stiftung biete darüber hinaus eine gute Möglichkeit sich zu vernetzen, was sie besonders für junge Leute attraktiv mache. Das Rheinviertel sei in den letzten Jahren zu einer echten "Community" zusammengewachsen. Eine Familie, die kürzlich ein Kind verloren hatte, habe sich ebenso erstaunt wie erfreut über den Rückhalt gezeigt, den sie im Kreis der Stiftung erfahren habe.

Das Burgfest war das erste Mal, dass die Stiftung in Godesberg außerhalb des Rheinviertels feierte. Der Ort sei bewusst gewählt worden und sollte die symbolische Strahlkraft repräsentieren, die die Stiftung hat. Einige ihrer Projekte hat sie bereits auf andere Stadtteile Godesbergs ausgeweitet, zum 1. September nimmt zum Beispiel eine zweite Palliativschwester die Arbeit auf, um auch Menschen außerhalb des Rheinviertels zu betreuen. Der Beratungs- und Förderdienst in Kindergärten ist ausgeweitet worden, genauso wie die Hospizarbeit für Senioren und die Jugendarbeit. Auch ist die Bürgerstiftung Rheinviertel Träger von drei Kindertagesstätten im Rheinviertel, darunter ein Inklusionskindergarten. Auch in puncto Flüchtlinge blieb die Stiftung nicht untätig: Das Buchprojekt wurde ausgeweitet und bietet einer Gruppe Kindern regelmäßig eine Vorlesestunde. Geplant ist außerdem die Einsetzung von Integrationspädagogen.