Ako-pro-Seminar

Letztes Missbrauchsverfahren eingestellt

BAD GODESBERG.  Auch das letzte Verfahren wegen eines Missbrauchsverdachtes gegen den ehemaligen Leiter des Ako-pro-Seminars ist eingestellt worden. "Wie bei den vorigen Fällen sind strafbare Handlungen in nicht rechtsverjährter Zeit nicht feststellbar gewesen", erklärte Oberstaatsanwalt Fred Apostel.
Das Aloisiuskolleg in Bad Godesberg.
								Foto: Ronald Friese
Das Aloisiuskolleg in Bad Godesberg. Foto: Ronald Friese

Die unabhängige Aufklärungskommission von Professorin Julia Zinsmeister hatte dem Ex-Mitarbeiter des jesuitischen Aloisiuskollegs (Ako) 2011 vorgeworfen, er habe über Jahre hin "Machtinseln" errichtet und sich Grenzverletzungen bis zum Geschlechtsverkehr mit Schutzbefohlenen schuldig gemacht.

Das Ako trennte sich Ende 2010 von dem 54-Jährigen. Gegen ihn ermittelt die Staatsanwaltschaft nach einem Rechnungsprüfungsbericht der Stadt Bonn noch wegen des Verdachts auf Betrug und Zweckentfremdung öffentlicher Gelder. "Die Ermittlungen laufen", so Apostel.

Im Internetblog http://unheilige-macht.wordpress.com/ zum gleichnamigen Buch über Missbrauch an jesuitischen Einrichtungen üben die Herausgeber Selbstkritik. Die den Jugendlichen und ihren Familien zugefügten Verletzungen seien frisch, es seien "massive Fehler" begangen worden, schreibt Jesuitenpater Christian Herwartz.

"Ich kann versichern, dass der generelle Konsens im Orden ist, dass das Ako und insbesondere auch das Ako-pro die offene Wunde sind, dass gerade da noch jede Menge ungeklärt vor uns liegt", wendet sich der Münchener Pater Professor Godehard Brüntrup an die Opferseite.

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