Gedichtband "Zündkerzen"

Lesung mit Büchner-Preisträger Durs Grünbein in der Redoute

Der Dichter, Lyriker und Essayist Durs Grünbein kommt nach Godesberg.

Der Dichter, Lyriker und Essayist Durs Grünbein kommt nach Godesberg.

Bad Godesberg. Der Lyriker und Büchner-Preisträger Durs Grünbein kommt zu Lesung und Gespräch in die Bad Godesberger Redoute. Im Gepäck hat der Meister der Verse seinen neuen Gedichtband "Zündkerzen".

In der Redoute geben sich inzwischen dank des Vereins Lese-Kultur Godesberg bekannte Schriftsteller die Klinke in die Hand. 2017 war der Bestseller-Garant Christoph Ransmayr da, Krimi-Königin Ingrid Noll ebenso wie „Schlafen gehen wir später“-Autorin Zsuzsa Bank und „1001-Nacht“-Übersetzerin Claudia Ott. Den Autorenreigen 2018 beginnt der Verein nun mit dem Büchner-Preisträger Durs Grünbein. Er wird am Dienstag, 30. Januar, ab 19.30 Uhr von Manfred Osten, dem ehemaligen Generalsekretär der Alexander von Humboldt-Stiftung, interviewt. Womit einer der besten deutschen Lyriker auf einen profunden Bonner Literaturkenner trifft. Grünbein wird seinen neusten Gedichtband „Zündkerzen“ mit im Gepäck haben.

Lyriker, also Verfasser dieser komprimierten und damit so leicht unterschätzten Dichtungsart, werden gerade in der heutigen schnelllebigen Zeit natürlich auch gerne leichtfertig angeschossen. Vor ein paar Jahren wurde Grünbein von der Kritikerlegende Fritz J. Raddatz als „dichtende Luftnummer“ geschmäht. Ein stringentes poetisches Werk gelinge dem 1962 in Dresden geborenen Autoren einfach nicht, geiferte Raddatz. Dem Poeten hat das vernichtende Urteil jedoch keineswegs geschadet.

Gedichte überzeugen durch Subversivität

Schon 1995 war dem damaligen Jungstar einer der renommiertesten deutschen Literaturpreise, der Georg-Büchner-Preis, verliehen worden. „Mit behutsamer Genauigkeit hebt er das Wort aus den Schatten überladener Bedeutung in die Helle des Gedichts, das sich so unserer Wirklichkeit öffnet“, hieß es in der Begründung. Grünbeins Bilder seien Röntgenbilder, seine Gedichte Schatten von Gedichten, „aufs Papier geworfen wie vom Atomblitz“, setzte Literaturstar Heiner Müller dem Kollegen in plastischen Worten ein Denkmal. Grünbein rückte später auch auf eine Heiner-Müller-Gastprofessur an der Freien Universität Berlin auf und ist seit 2005 Professor für Poetik an der Kunstakademie Düsseldorf.

Nun also bringt er den neuen Gedichtband „Zündkerzen“ nach Godesberg. „Einer der wirklich Großen auf dem Feld der deutschsprachigen Dichtung und dabei vollkommen gegenwärtig, provozierend souverän, sogar politisch engagiert“, bespricht ihn die Kritik. In allen Texten walte untergründige Subversivität: Durs Grünbeins Zündkerzen seien letztlich politisch, ohne politisch zu sein, heißt es. Hier schreibe ein Dichter, der keiner Schule angehöre, keiner modischen Strömung – ein Beobachter des Realen, neugierig auf die diesseitigen Dinge, hellwach für ihr Verschwinden, urteilen andere Rezensenten.

Zwischen Lesung und Diskussion wird Emily Wittbrodt Solostücke auf dem Cello spielen.

Karten für den 30. Januar, 19.30 Uhr, in der Redoute, Kurfürstenallee 1, gibt es in der Parkbuchhandlung, Koblenzer Straße 57, und unter Telefon 0228/35 21 91.