Chorkonzert

Leidenschaftliches Signal für das Leben

In der feierlichen Atmosphäre der Kirche St. Marien kam die Musik bestens zur Geltung.

In der feierlichen Atmosphäre der Kirche St. Marien kam die Musik bestens zur Geltung.

BAD GODESBERG. 150 Akteure musizieren zugunsten der Palliativ- und Hospizprojekte der Bürgerstiftung Rheinviertel.

Rund 150 Musiker präsentieren am Samstagabend das große Chorkonzert der Bürgerstiftung Rheinviertel in der Kirche St. Marien, Burgstraße 45. Unter der Leitung von Daniel Kirchmann erklangen das "Gloria" von John Rutter und die 2. Sinfonie "Lobgesang" von Felix Mendelssohn Bartholdy. Der Eintrittseinahmen des Konzertes wurden zugunsten der Palliativ- und Hospizprojekte der Stiftung Rheinviertel gespendet.

Leider erkrankte der vorgesehene Tenor, Henning Jendritza, kurzfristig und wurde durch den Schweizer Tenor Niklaus Loosli ersetzt. Weitere Solisten waren Esther Hilsberg und Kelsey Frost Steele im Sopran. "Alles großartige Künstler", betonte der musikalische Leiter Kirchmann.

Das Vokalensemble Rheinviertel, begleitet vom renommierten Orchester Camerata Louis Spohr aus Düsseldorf, überzeugte das Publikum vor allem durch die Vielfalt der Musik. "Mit dieser Auswahl der Stücke wollen wir uns ganz bewusst nach der Fastenzeit wieder dem Festlichen, der Freude und dem Fröhlichen zuwenden", erklärte Kirchmann.

Die mehr als 100 Chormitglieder probten Monate an den Stücken, zunächst Männer- und Frauenstimmen getrennt, dann gemeinsam. "Alle sind perfekt aufeinander eingestimmt", versprach Kirchmann.

Das Konzert fand zugunsten der Bürgerstiftung Rheinviertel statt. "Zwischen 130 und 150 Sterbende konnten wir bis jetzt auf ihrem letzten Wegstück begleiten", so Wolfgang Picken, Vorstandsvorsitzender der Stiftung Rheinviertel. "Ohne Schmerzen leben. Liebevoll begleitet sein. In gewohnter Umgebung sterben dürfen", sei das Ideal, das die Initiative Integriertes Hospiz der Bürgerstiftung Rheinviertel in den beiden Godesberger Altenheimen CBT-Wohnhaus Emmaus und St. Vinzenzhaus verfolge.

"Wir haben vier Hospizschwestern, die sich in den Stunden, in denen wir alle die größte Unterstützung brauchen, um diese Menschen kümmern", so Picken. Wie wir mit dem Tod umgehen, das gebe Auskunft über unsere Kultur. "Wir leben wie wir sterben", sagte Picken. Doch genauso könne man sagen, dass wir sterben wie wir leben.

Das Konzert der Bürgerstiftung Rheinviertel wolle vor allem ein Lebenszeichen setzen, betonte auch Schirmherr Axel Voss, Bonner Abgeordneter des Europäischen Parlamentes. Er forderte die Zuhörer auf: "Lasst uns mehr Lebenszeichen senden!"