Weißes Pulver im Briefumschlag

LKA ermittelt nach Großeinsatz am russischen Konsulat

SCHWEINHEIM. Verdächtiges weißes Pulver in einem Briefumschlag hatte am Dienstagabend für einen Großeinsatz am russischen Generalkonsulat in Schweinheim gesorgt.

Am späten Abend stand fest, dass es sich um ungefährliches Material handelte. Im Zuge der Ermittlungen hat die Bonner Polizei am Mittwoch eine Probe ans Landeskriminalamt (LKA) geschickt. "Außerdem ging die Spurensicherung am Tatort weiter, und wir versuchen, den Absender des Briefes zu ermitteln", sagte Polizeisprecher Christoph Schnur am Mittwoch auf Anfrage des General-Anzeigers.

Bereits am Dienstagnachmittag war der verdächtige Brief den Mitarbeitern des Konsulats aufgefallen. Etwas Pulver war da bereits herausgerieselt. Der Generalkonsul bat zunächst die Polizei um Hilfe, die gegen 18.50 Uhr die Feuerwehr zum Gelände an der Waldstraße rief.

Das Video zum Einsatz:

Mehr als 50 Einsatzkräfte von Feuerwehr und Rettungsdienst waren vor Ort. Da schon früh der Verdacht bestand, dass es sich um Gefahrstoffe handeln könnte, wurden die Analytischen Task Forces (ATF) aus Köln und Dortmund zur Verstärkung gerufen. Diese verfügen über mobile Labors, mit denen Proben des verdächtigen Stoffs direkt ausgewertet werden konnten. In speziellen Schutzanzügen und mit Atemschutzgeräten nahmen die Einsatzkräfte Proben.

Die Situation wirkte durchaus bedrohlich. "So viel Feuerwehr hab ich hier noch nie gesehen", sagte eine Anwohnerin. Gegen 19.30 Uhr kam die erste Entwarnung: Die Einsatzleitung der Feuerwehr konnte ausschließen, dass es sich bei dem Pulver um einen radioaktiven Stoff handelte.

Gegen 21.30 Uhr kam dann die zweite Entwarnung. Feuerwehr-Sprecher Martin Haselbauer teilte mit, dass ein Fünffach-Testverfahren ebenfalls ohne Befund geblieben sei. Der Briefumschlag enthielt weder gefährliche biologische noch gefährliche chemische Substanzen. Eine unmittelbare Gefährdung für die Menschen, die mit dem Stoff in Berührung kamen, sei nicht festzustellen, so die Analyse der Spezialisten.

Polizei und Feuerwehr nahmen den Vorfall angesichts der politischen Lage in der Ukraine insgesamt sehr ernst. Befugnis, das Gelände an der Waldstraße zu betreten, hatten sie nicht. Beim russischen Generalkonsulat handelt es sich um exterritoriales Gebiet. Deshalb warteten die Einsatzkräfte zunächst vor dem Zaun und fuhren dann auf das Gelände. "Die Arbeit der Feuerwehr wurde in keiner Weise behindert", sagte Haselbauer am Dienstagabend.

Die Kriminalpolizei hat die weiteren Ermittlungen übernommen.