Besuch beim "Godesburger"

Kostprobe für den Minister

Das Team des Godesburger mit Minister: (von links) Heike Voos, David Derre Knapp, Sabine Widera, Minister Rainer Schmeltzer, Christian Orthey, Chiara Wagner und Melissa Warnecke.

Das Team des Godesburger mit Minister: (von links) Heike Voos, David Derre Knapp, Sabine Widera, Minister Rainer Schmeltzer, Christian Orthey, Chiara Wagner und Melissa Warnecke.

Bad Godesberg. NRW-Sozialminister Rainer Schmeltzer besichtigt das Bad Godesberger Burger-Restaurant "Godesburger". Es wurde mit dem Inklusionspreis ausgezeichnet.

Geschmackstest bestanden: Anfang Juli hatte NRW-Sozialminister Rainer Schmeltzer das Burgerrestaurant Godesburger mit dem Inklusionspreis des Landes ausgezeichnet, in dem zur Hälfte Menschen mit Behinderung mitarbeiten. Nun kam er am Donnerstag zu Besuch, um sich eine Kostprobe von Burger und Pommes geben zu lassen und um sich die Arbeit des Bonner Vereins für gemeindenahe Psychiatrie anzusehen, der das Bistro betreibt.

Das Fazit des Ministers: „Die Idee ist so genial, dass man sie sich vor Ort ansehen muss und wenn es dann auch noch so gut schmeckt, kommt man gerne vorbei.“ Die Schaffung neuer Arbeitsplätze gehe auf kluge Art mit dem Inklusionsgedanken einher. „Es gibt viele Klischees über Menschen mit Behinderung auf dem Arbeitsmarkt. Fast alle davon sind Quatsch“, sagte der Minister.

Seit knapp zwei Jahren arbeiten zwölf Menschen mit und ohne Behinderung in Vollzeit in dem Imbiss zusammen und bewirten mehr als 3000 Gäste im Monat. Aufgrund der hohen Nachfrage sei die Außengastronomie dieses Jahr um 64 Plätze erweitert worden, sagte Geschäftsführer Wolfgang Pütz.

„Wir wollen hier zeigen, wie gut Menschen mit und ohne Behinderung zusammenarbeiten können“, so Pütz. Gewinnbringend sei der Burgerladen allerdings noch nicht. Das sei für die Zukunft aber erklärtes Ziel. Das Restaurant erhält Zuschüsse durch das Land, den Landschaftsverband Rheinland und die Aktion Mensch.

Unter Aufsicht eines Schichtleiters arbeiten sieben Menschen mit Behinderung in der Küche und dürfen dabei auch Verantwortung übernehmen. „Die schälen hier nicht nur Kartoffeln“, betonte Restaurantleiterin Sabine Widera. Das Restaurant lege wert darauf, bis auf Ketchup und Mayo alles selbst zu machen und auf Zutaten aus der Region zu setzen.

„Die Arbeit ist sehr abwechslungsreich“, sagt Christian Orthey, der in der Küche die Speisen zubereitet. Der Autist erfährt hier Rücksicht und Verständnis und erzählt, er könne sich auch mal zurückziehen, wenn er einen schlechten Tag habe. Bei seinem alten Job in einem Seniorenheim sei das anders gewesen.

Eine Schicht dauert sechs Stunden. Die Schichtleiter würden auf das jeweilige Wohlbefinden und die unterschiedliche Tagesform der Mitarbeiter mit Behinderung reagieren, sagt Widera. Das war es dann aber auch schon mit den Unterschieden zu anderen Bistros. „Wir wollen ein ganz normaler Betrieb sein“, sagt die Leiterin.