Flüchtlingshilfe

Kommunikation soll besser werden

Bad Godesberg. Die Stadt verspricht rechtzeitige Informationen über Standorte und Zahl von Flüchtlingen.

Um eine bessere Kommunikation zwischen ehrenamtlichen Flüchtlingshelfern und Stadtverwaltung wolle sich Letztere bemühen. Das teilten bei der jüngsten Sitzung des Runden Tisches zwei Vertreter der Stadt Bonn, die Integrationsbeauftragte der Stadt, Coletta Manemann, und Nils Reinartz vom Sozialamt mit.

So soll rechtzeitig Auskunft über neue Standorte und die Zahl der dort untergebrachten Flüchtlinge gegeben werden. Der Moderator des Runden Tisches, Dechant Wolfgang Picken, begrüßte die angekündigte Informationspolitik der Stadt. Immer lauter war die Kritik geworden. So fühlten sich Fraktionen, Bezirksbürgermeisterin und Nachbarschaft sowohl bei der Belegung der ehemaligen Michaelschule an der Aennchenstraße als auch bei der Nutzung einer früheren Botschaftsliegenschaft an der Rheinallee übergangen. Sie hatten aus der Zeitung von den Plänen der Stadt erfahren.

Reinartz berichtete von knapp 3800 Flüchtlingen, die gegenwärtig in Bonn leben. Nach einer Zuweisungspause sei nach Ostern mit neuen Flüchtlingen zu rechnen. In Bad Godesberg sei die Eröffnung von zwei zusätzlichen Flüchtlingswohnheimen - in der Karl-Finkelnburg-Straße und an der B9 (CMA-Gebäude) - geplant. Gestern teilte das Presseamt der Stadt dann mit, dass auch an der Riemenschneiderstraße 160 Flüchtlinge untergebracht würden.

Wohnraum dringend gesucht

Manemann betonte am Runden Tisch, wie wichtig die Integration der Neuankömmlinge in bestehende nachbarschaftliche Strukturen sei, und bedankte sich im Namen der Stadt für das Engagement der vielen Bürger. Als besonders problematisch stufte der Runde Tisch die Suche nach mietbarem Wohnraum für anerkannte Flüchtlinge ein.

Die Übergangsunterkünfte seien zwar eine gute Zwischenlösung, aber nicht langfristig als privater Rückzugsort von Familien oder Einzelpersonen geeignet. Dechant Picken appellierte daher an die Bad Godesberger Bürger, nicht genutzten Wohnraum für die Unterbringung zur Verfügung zu stellen.

Die Koordinationsstelle des Runden Tisches stehe bei allen Fragen zur Organisation und Finanzierung unter der Telefonnummer 0157/32232521 oder per Mail unter fluechtlinge.wohnraum@godesberg.com zur Verfügung. Kritisiert wurde dagegen, dass ungenutzter Wohnraum, der von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben verwaltet wird, bisher nicht für Flüchtlinge zur Verfügung gestellt wurde.

Vorgestellt wurde auch die ehrenamtliche Unterstützung der Koordinationsstelle durch zwei neue Arbeitsgruppen. Die Gruppe Koordination von Sachspendenanfragen und -bedarfen vermittelt Spendenangebote und bearbeitet die entsprechenden Maileingänge unter fluechtlinge.sachspenden@godesberg.com. Eine weitere Gruppe erarbeitet regelmäßig aktualisierte Auflistungen aller Sprachkursangebote.

Minderjährige Flüchtlinge

In seiner nächsten Sitzung wird sich der Runde Tisch besonders mit minderjährigen Flüchtlingen befassen. Das Jugendamt wurde gebeten, darüber zu informieren. Auch soll die gemeinsame Organisation der Hilfen für die geplanten Flüchtlingsunterkünfte in Bad Godesberg thematisiert werden.