Nach erneuter Diskussion

Kita in US-Siedlung in Plittersdorf vor Abriss

Der ehemalige Montessori-Kindergarten in der amerikanischen Siedlung in Plittersdorf soll abgerissen werden.

Der ehemalige Montessori-Kindergarten in der amerikanischen Siedlung in Plittersdorf soll abgerissen werden.

PLITTERSDORF. Die erneute Diskussion in der Bad Godesberger Bezirksvertretung über den ehemaligen Kindergarten in der US-Siedlung hat keine Wende gebracht. Die Kita soll abgerissen und neugebaut werden. Die Vebowag geht davon aus, dass die Arbeiten im Frühjahr beginnen können.

Die Diskussion über die Zukunft des ehemaligen Kindergartens in der amerikanischen Siedlung scheint kein Ende zu nehmen. Das denkmalgeschützte Gebäude stand gleich sechsmal mit unterschiedlichen Aspekten auf der Tagesordnung der Bezirksvertretung. Noch einmal versuchten Anwohner und der Bürger Bund Bonn (BBB), den Abriss und einen Neubau zu stoppen. Hintergrund ist, dass sie den Versprechen der Vereinigten Bonner Wohnungsbau AG (Vebowag), das Viertel nicht weiter zu verdichten, nicht trauen. Die Vebowag selbst wartet derzeit noch auf die Abriss- und Baugenehmigung.

Rolf Fischer von der Bürgerinitiative „Rettet die amerikanische Siedlung Plittersdorf“ (RASP) plädierte bei der Erläuterung seines Bürgerantrags erneut für eine Restaurierung und einen Anbau. „Wir befürchten eine Bebauungsverdichtung“ sagte er. „Die Siedlung steht im Moment unter Ensembleschutz. Das will nichts heißen“, meinte Marcel Schmitt. Er könne sich noch daran erinnern, dass dort unter anderem Kino und Hallenbad abgerissen wurden. „Ich fürchte, in ein paar Jahren wird es wieder Begehrlichkeiten der städtischen Wohnungsbaugesellschaft geben.“

Mittlerweile ist es ein Jahr her, dass die Vebowag ihre Pläne – ebenfalls in der Bezirksvertretung – detailliert vorgestellt hatte. Sie plant einen Neubau, weil in dem alten, eingeschossigen Bau maximal zwei Gruppen untergebracht werden könnten, „was sich für einen Träger aber nicht lohnen würde“, hieß es damals aus dem Jugendamt.

Der Stadt liegt mittlerweile ein Bauantrag für die Errichtung einer Kindertagesstätte an der Kennedyallee 115 vor. „Es sollen vier Gruppen mit jeweils 20 Kindern eingerichtet werden – eine für Kinder unter drei Jahren und drei für Kinder über drei Jahren –, die von insgesamt acht Mitarbeitern betreut werden“, so der Wortlaut der entsprechenden Mitteilungsvorlage. „Eine diesem Bedarf nur annähernd entsprechende Nutzung wäre im Bestandsgebäude nicht möglich.“ Wie berichtet, müssen in nächster Zeit dringend neue Kindergartenplätze geschaffen werden – nicht nur in Plittersdorf, sondern in ganz Bad Godesberg und auch Bonn.

Bauzeit von acht bis zehn Monaten

Abriss und Neubau eines Kindergartens, der optisch an den alten erinnern soll, ist für Schmitt „ein fauler Kompromiss“. Das sehen andere Parteien ganz anders: „Es gibt nun einen gelungenen Kompromiss mit vielen Beteiligten“, resümierte der neue CDU-Bezirksfraktionschef Christoph Jansen. Man schaffe neue Kitaplätze, der Denkmalschutz der gesamten Siedlung sei nicht infrage gestellt, und der Neubau habe eine starke Anlehnung an das Bestandsgebäude. „Ich will diesen Kompromiss nicht aufs Spiel setzen“, sagte er. Monika Heinzel (Grüne) meinte, dass man nun in die Zukunft schauen müsse: „Wir brauchen jetzt diese Kindergartenplätze.“ Dem schloss sich auch die SPD an. „Der Abriss ist für mich immer noch ein Schmerz, es gibt aber mehrere Interessen“, sagte Ralf Jochen Ehresmann (Linke). Stadtkonservatorin Katrin Bisping war ein wenig überrascht, dass das Thema nun noch einmal so breit in die Diskussion kam. „Ich bin der Meinung, dass alles erschöpfend diskutiert worden ist.“ Die Abwägung sämtlicher Interessen, auch auf Ebene der Bezirksregierung Köln, sei keine leichte Entscheidung gewesen.

Marc Dittmann, technischer Leiter bei der Vebowag, erklärte am Donnerstag auf Anfrage des GA, dass er mit der Abbruch- und Baugenehmigung für das Gelände Anfang des neuen Jahres rechne. „Wir wollen spätestens zum Frühjahr mit dem Abriss beginnen“, sagte Dittmann.

Die Bauzeit liege dann bei acht bis zehn Monaten. Auch der neue Kindergarten mit einer Nutzfläche von 912 Quadratmetern werde nur eingeschossig und sei nicht unterkellert.