Lesung von Georg Schwikart

Kirchenmann trotz Widerständen

Georg Schwikart sieht Humor als Therapiewerkzeug der Trauerbewältigung.

BAD GODESBERG. Er durfte kein Diakon sein, jetzt wird er evangelischer Pfarrer: Georg Schwikart liest am 17. November in Godesberg aus seinem Buch "Jeder Tod hat sein Gelächter".

Georg Schwikart kommt wieder nach Bonn. Und zwar als Buchautor und evangelischer Theologe. Am Montag, 17. November, hält er ab 19.30 Uhr im Haus der Familie, Friesenstraße 6, an der Christuskirche einen Vortrag. Dem katholischen Religionswissenschaftler aus Hangelar hatte der vormalige Kölner Kardinal 2010 nach vier Jahren Ausbildung die Weihe zum Diakon verweigert. Unter anderem deshalb, weil Schwikart in einem Buch die Frage gestellt hatte, ob es nicht an der Zeit sei, darüber nachzudenken, Frauen für das katholische Priesteramt zuzulassen.

"Zwanzig Jahre lang war ich selbstständig und habe als Schriftsteller und Publizist mein Geld verdient. Doch Anfang dieses Jahres spürte ich, es ist Zeit, etwas anderes zu tun", sagt Schwikart. Endlich wolle er nun nachholen, was er als Berufung verstehe: Seit dem 1. Oktober arbeitet er im pastoralen Dienst der Evangelischen Kirche im Rheinland.

Schwikart konvertierte 2010 und ist seitdem in den zu Neuwied gehörenden Gemeinden Altwied und Feldkirchen als Theologe in der Probezeit angestellt. "Und ich werde, wenn alles gut geht, in zwei Jahren die Wählbarkeit für das Pfarramt erlangen", sagt Georg Schwikart. Wenn er jetzt in Bad Godesberg unter dem Buchtitel "Jeder Tod hat sein Gelächter" über seine Erfahrungen als Trauerredner berichtet, kommt der 50-Jährige an den Ort seiner letzten Ausbildung zurück.

"Nachdem er geschasst wurde, habe ich ihm einen Brief geschrieben, dass ein Konfessionswechsel ja nicht immer ganz leicht wäre. Das hat ja auch mit Heimatverlust zu tun. Er könnte also zu mir kommen", erzählt Christuskirchen-Pfarrer Oliver Ploch über den Beginn ihrer Zusammenarbeit.

Die gute Erfahrung mit dieser Gemeinde habe in Schwikart das Bedürfnis geweckt, doch wieder ein kirchliches Amt zu übernehmen. "Unbedingt machen, wenn man so etwas spürt", habe ihm Ploch geraten und ihn zum evangelischen Superintendenten geschickt. Die Landeskirche sagte schnell zu. Schwikart durfte bleiben und Ploch sollte ihn einweisen. Schwikart hatte ja durch seine Diakonsausbildung wichtige Erfahrungen gesammelt. Im Sommer wurde er von Bad Godesberg an die Wied versetzt.

Der Vortrag

Georg Schwikart spricht unter dem Titel seines Buches "Jeder Tod hat sein Gelächter" über die Ventilfunktion des Witzes auch im Sterbefall. Der Autor berichtet über das Sterben und die Beerdigung, den Friedhof und die Profis des Gewerbes, den Himmel danach und die Theorien, die sich Kinder machen. Schwikarts Fazit: Es gehe nicht darum, zu lachen anstatt zu weinen, sondern beides miteinander zu versöhnen. Anmeldung unter Telefon 0228/373660 oder E-Mail an hdf-bonn@t-online.de