Neues Forum Bad Godesberg

Kirche sucht den Dialog mit der Gesellschaft

Joachim Klopfer, Wolfgang Picken und Christiane Hober stellen das "Forum Godesberg" vor.

Joachim Klopfer, Wolfgang Picken und Christiane Hober stellen das "Forum Godesberg" vor.

Bad Godesberg. Das neue Forum Bad Godesberg bietet Bildung und Kultur - und soll die Brücke zwischen Kirche und Gesellschaft schlagen. Es gibt unter anderem eine Talkreihe mit dem GA-Chefredakteur.

Jede Menge prominente Gäste, Bildung, Kultur und Talkformate, die auch mal anecken: Mit ihrem neuen Forum Bad Godesberg will die Kirche in der Innenstadt ein neues Ausrufezeichen setzen und dem Bogen vom christlichen Glauben zur Gesellschaft schlagen. Der erste Talk in Zusammenarbeit mit dem General-Anzeiger mit der früheren Bildungsministerin und heute Deutschen Botschafterin am Heiligen Stuhl, Annette Schavan (CDU), ist bereits ausgebucht, doch viele weitere werden folgen – unter anderem mit der Literaturkritikerin Elke Heidenreich und Manager René Obermann.

Das Forum des Kirchengemeindeverbands Bad Godesberg mit Sitz im Pastoralzentrum Sankt Marien hat drei Schwerpunkte: „Wir wollen die Kirche vor Ort mit der Gesellschaft ins Gespräch bringen“, sagt Pfarrer Wolfgang Picken. Als größte Gemeinde des Erzbistums mit 27 000 Katholiken gehe es aber auch darum, den inneren Dialog und Fortbildung zu ermöglichen. „Drittes Ziel ist es, die Innenstadt zu beleben, dass Godesberg wieder ins Gespräch kommt“, sagt Picken. Um allen Ideen gerecht zu werden, bietet das Forum mehrere Formate:

Auch Wolfgang Clement moderiert

Um Glauben und Kirche einerseits sowie Gesellschaft und Politik andererseits geht es bei „Ich stelle mich“. Diese Talkformat findet am kommenden Dienstag zum ersten Mal statt. Einmal im Quartal ist GA-Chefredakteur Helge Matthiesen der Gastgeber. „Das ist immer ein lebensbiografischer Abend“, sagt Picken. Intim soll es sein, sodass für maximal 88 Zuschauer Platz ist. Matthiesen wird in den einstündigen Gesprächen die Persönlichkeit des jeweiligen Gastes sichtbar machen – durchaus auch mit seinen Erfahrungen, Höhepunkten und Brüchen. „Wir wollen auch auf ethische Aspekte hinaus“, sagte Pfarrer Picken. Im Anschluss gibt es Gelegenheit zum gegenseitigen Austausch über die Themen. Die Gesprächsrunde „Ich stelle mich“ wird mit Livemusik umrahmt.

Der ehemalige NRW-Ministerpräsident Wolfgang Clement (SPD) leitet das „Politische Quartett“ mit jeweils drei prominenten Gästen. Geplant sind auch hier vier Veranstaltungen im Jahr. Beim Auftakt im Januar geht es um das Thema „Bildung und Chancengleichheit“. Auf der Gästeliste stehen Professor Bernhard Kempen vom Deutschen Hochschulverband, NRW-Bildungsministerin Yvonne Gebauer und Bernhard Bueb, ehemaliger Leiter der Eliteschule Schloss Salem am Bodensee. Beim Quartett werden Themen der Zeitgeschichte angesprochen.

Kino und Theater

- In Sachen Kultur hat es bereits das erste „Forum im Kino“ gegeben. Das moderiert auch beim nächsten Mal Pfarrer Christoph Heinzen aus Ruppichteroth – ein eingefleischter Cineast. Ausgesucht werden jeweils Filme, die eine Botschaft enthalten – als Grundlage für die Diskussion.

- Das „Forum im Theater“ wird derzeit noch entwickelt. Das soll im Zuge von Premieren in den Kammerspielen stattfinden. Gedacht ist dabei ein Gespräche mit dem Regisseur oder den Schauspielern.

- Donnerstags im Advent ist „Spirit for you“ im Angebot (7.,14. und 21. Dezember je ab 19.30 Uhr in Sankt Marien). „Wir haben dafür extra junge Ordensleute ausgewählt“, sagt Bildungsreferentin Christine Hober. Sie geben jeweils einen Impuls zu Bibelzitaten und beschreiben, wie sie auf den Weg zu Gott gekommen sind. „Es mündet dann in ein Taizégebet, um den Menschen im Stadtteil spirituell etwas mitzugeben“, sagt Pastoralreferent Joachim Klopfer.

Es wird auch Angebote nur für die Gemeinde geben, etwa einen Oasentag für die 250 Mitarbeiter. Anfang des Jahres ist ein Werkstatttag für den neuen Pfarrgemeinderat geplant. Laut Picken können aber auch Institutionen aufs Forum zugehen, wenn sie Themenveranstaltungen planen. Das Forum soll sich mit der Zeit weiterentwickeln, so Klopfer.