Kosten für Ausschank

Keine Klarheit um Zukunft der Godesberger Draitschquelle

Will weiter Wasser aus der Draitschquelle ausschänken, und viele Godesberger unterstützen ihn dabei: Helmut Fiehl.

Will weiter Wasser aus der Draitschquelle ausschänken, und viele Godesberger unterstützen ihn dabei: Helmut Fiehl.

Bas Godesberg. Die Verwirrung um die Zukunft der Draitschquelle dauert an. Nach den Irritationen um eine beabsichtige Schließung sucht die Stadt jetzt jemanden, der ab 2021 die Kosten für den Ausschank übernimmt.

Noch immer gibt es keine Klarheit, wie es mit der Draitschquelle weitergeht. Wie berichtet, hat die Stadt im Zuge der Haushaltsberatungen vorgeschlagen, den Brunnen 2021 zu schließen, um jährlich 16 000 Euro zu sparen. Diese Nachricht sorgte auch angesichts der niedrigen Summe bei vielen Bad Godesbergern und den Kommunalpolitikern für Unruhe und Ärger (der GA berichtete).

Wie viele andere forderte auch der Bürger Bund Bonn, dass die Einstellung des Quellenbetriebs zurückgenommen wird. Er stellte dazu einen Antrag für die nächste Sitzung der Bezirksvertretung am Mittwoch, 6. Juni (17 Uhr, Stadthalle). Nach dem Versprechen von Oberbürgermeister Ashok Sridharan, die Draitschquelle zu retten, stolpert BBB-Fraktionsvorsitzender Marcel Schmitt nun über die Stellungnahme der Verwaltung zu seinem Antrag. Die lautet: „Eine Schließung ist nicht beabsichtigt. Die von der Verwaltung vorgeschlagene Konsolidierungsmaßnahme sieht vor, die neu gestaltete Draitschquelle ab 2021 in private Hände zur Bewirtschaftung zu übergeben. Die Stadt bliebe Eigentümerin des Grundstücks.“

Wie der GA erfuhr, lautete der ursprüngliche Vorschlag für den Haushaltsentwurf, dass die Quelle „übertragen“ werden soll. Das Wort „Schließung“ soll erst durch einen Schreibfehler bei der Zusammenstellung in die Liste mit allen Sparvorschlägen gekommen sein.

Fortbestand des Ausschanks ist nicht gesichert

Schmitt spricht von einem Wirrwarr und will seinen Antrag „im Interesse des Stadtbezirks“ aufrecht erhalten. „Denn auch mit der neuesten Version der Verwaltung ist der Fortbestand des Ausschanks keineswegs gesichert. Denn man muss erst einen Dummen finden, der bereit ist, die von der Stadt bislang getragenen und künftig zur Streichung vorgesehenen 16 000 Euro aus eigener Tasche zu zahlen.“

Wie Vize-Sportamtsleiterin Elke Palm auf GA-Anfrage mitteilt, könne Helmut Fiehl, der Eigentümer des Pavillons an der Draitschquelle, den Ausschank auch nach 2021 übernehmen. Er verkauft nach eigenen Angaben zwischen 300 und 500 Liter des Heilwassers pro Tag. Auf lange Sicht soll seine Tochter den Betrieb übernehmen. Palm bestätigt, dass die Stadt beim derzeitigen Stand tatsächlich jemanden suche, der die Kosten übernimmt. Das Geld ist für Unterhaltungsmaßnahmen, Hygieneprüfungen und den Apothekengesetzprüfer. Allerdings muss am Ende der Rat entscheiden, wie mit dem Sparvorschlag umgegangen wird.