Bad ist dicht Kein Schwimmunterricht am Adenauer-Gymnasium in Bad Godesberg

Daumen runter: Die Fünftklässler des Konrad-Adenauer-Gymnasiums finden es nicht gut, dass die Reparatur ihres Lehrschwimmbeckens so lange auf sich warten lässt.

Pennenfeld. Das Lehrschwimmbecken ist seit sechs Monaten defekt. Eltern und Schüler protestieren und haben einen offenen Brief an Bonns OB Ashok Sridharan geschrieben.

Das Lehrschwimmbecken des Konrad-Adenauer-Gymnasiums ist wegen eines defekten Filters seit Januar außer Betrieb (der GA berichtete). Warum, das verstehen weder Schüler noch Lehrer oder Eltern. Bislang ist laut dem Schulpflegschaftsvorsitzenden Thomas Salgert nichts geschehen, um den Defekt zu beheben. Deshalb haben er und Elternvertreter der anderen Schulen, die das Bad ebenfalls nutzen, einen offenen Brief an OB Ashok Sridharan geschrieben. Daraufhin wurde die Verwaltung aktiv: Das gesamte Becken muss umgebaut werden. Dauer und Kosten sind allerdings noch unbekannt.

„Schwimmen ist eine sehr schöne Sportart“, findet Taha (11) aus der 5a des Adenauer-Gymnasiums. „Dass wir darauf jetzt verzichten müssen, finde ich nicht gut.“ Damit trifft sie die Kernaussage des Briefs an den OB. „In Summe entfallen aktuell 55 Unterrichtsstunden à 45 Minuten pro Woche“, wird darin aufgeschlüsselt. Denn zehn Schulen haben das Becken regelmäßig genutzt, außerdem der Godesberger Turnverein und die SG Wago. Betroffen sind demnach rund 600 Schüler. „Es ist für uns nicht hinnehmbar, dass unsere Kinder das Schwimmen nicht erlernen beziehungsweise ihre Fähigkeiten nicht verbessern können.“

Man hatte erwartet, dass der Defekt, durch den die Umwälzung des Wasserkreislaufs verhindert wird, schnell behoben werden könne. Und das Städtische Gebäudemanagement hatte auch gleich nach dem Ausfall ein Fachbüro damit beauftragt. „Bis heute ist uns nicht bekannt, ob eine Planung erarbeitet wurde“, sagt Salgert. Dabei wurde das Becken erst 2015 aufwändig renoviert: Für 470.000 Euro wurden unter anderem der Hubboden erneuert und die Umkleiden neu gefliest. Flickschusterei? Missmanagement? Das spielt für die Betroffenen keine Rolle. Nach sechs Monaten haben die Eltern das Warten satt: „Wir verlangen für unsere Kinder die Wiederaufnahme des Schwimmunterrichts beginnend mit dem neuen Schuljahr“, steht in dem offenen Brief.

Ersatzteile fehlen

Und den Schulen läuft die Zeit davon, um fürs nächste Schuljahr Busse für den Transport zu einem Schwimmbad zu bestellen. Die Stadt bestätigt auf Anfrage des General-Anzeigers: „Das Schulamt hat alle Schulen aufgerufen, sich möglichst bis zum 13. Juli, dem letzten Schultag, zu melden, was den Transport zu den Bädern betrifft“, sagt Stefanie Zießnitz vom Presseamt. „Das ist aber keine Ausschlussfrist. Auch gegen Ende der Ferien und zu Beginn des neuen Schuljahres werden noch Rückmeldungen vom Schulamt entgegengenommen.“ Aber was helfe das, wenn man gar nicht wisse, ob und wo die Kinder schwimmen gehen können, fragt sich Nadine Brunner, Schulpflegschaftsvorsitzende der katholischen Burgschule.

Der Stadt zufolge gibt es für die Filteranlage keine Ersatzteile mehr, zudem ist die Beckenhydraulik mangelhaft. „Wegen veränderter Hygieneanforderungen muss das Schwimmbecken umgebaut werden, um zu gewährleisten, dass im Beckeninnenbereich keine Verkeimung entstehen kann.“ Die Verwaltung erarbeitet zur Zeit eine Mitteilungsvorlage zu den nötigen Reparaturmaßnahmen, Kosten und Ausführungszeitraum. Wenn die vorliege, würden die Schulen informiert. „Das ist voraussichtlich nach den Sommerferien der Fall.“

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