Bad Godesberg

Katholische Kindergärten verdoppeln U3-Plätze

Im katholischen Sonja-Kill-Kindergarten in Plittersdorf spielen die Kinder die erste Geige.

08.08.2013 BAD GODESBERG. Die katholischen Kindergärten in Bad Godesberg hätten zum gerade begonnenen Kindergartenjahr ihr Angebot an U3-Plätzen verdoppelt, sagt Dechant Wolfgang Picken.

Es stünden gegenwärtig 81 Kindergartenplätze für Kinder unter drei Jahren zur Verfügung, ab Dezember würden es sogar 99 Plätze sein. Allein im vergangenen Jahr hätten 43 Kinder unter drei Jahren aufgenommen werden können.

Der Verdopplung des U3-Angebots sei jedoch eine umfangreiche Investition in die bestehenden Einrichtungen vorausgegangen, betont Picken. Elf Millionen Euro seien für den Umbau von acht Einrichtungen und den Neubau von zwei Kindergärten ausgegeben worden.

Den größten Teil der Investition, nämlich neun Millionen, hätten die kirchlichen Träger in Bad Godesberg aus Eigenmitteln und Kirchensteuermitteln aufgebracht: "Die öffentliche Förderung deckt nur 20 Prozent der Kosten. Das zeigt, wie sehr die katholische Kirche das staatliche Anliegen des Rechtsanspruchs für Kindergartenplätze unter drei Jahren mitträgt", erläutert Dechant Wolfgang Picken.

"Zugleich erklärt es auch, weshalb die erforderlichen Kindergartenplätze für die Erfüllung des neuen Rechtsanspruchs nicht zur Verfügung gestellt werden können. Welcher freie Träger kann solche Summen aufbringen, um den Eigenanteil an Investitionen zu leisten?" merkt Dechant Picken kritisch an.

Damit widerspricht er dem Eindruck, neue U3-Plätze seien vollständig durch öffentliche Mittel refinanziert. "Die katholischen Träger in Bad Godesberg sind damit der größte Partner der Kommune bei der Umsetzung des neuen Rechtsanspruchs. "Wir haben uns entschieden, in den U3-Ausbau zu investieren, weil es in unseren Augen das richtige Signal für eine moderne Familienpolitik ist", so Picken.

Die katholischen Träger in Bad Godesberg schafften darüber hinaus 25 Kindergartenplätze für Kinder mit Beeinträchtigungen. "Die Öffnung unserer Einrichtungen für das Konzept der Inklusion ist für uns eine logische Konsequenz unseres christlichen Menschenbildes", erklärt Dechant Picken.

"In unseren Kindergärten sollen darüber hinaus alle Kinder die erforderliche Förderung erhalten. Deshalb haben wir bereits vor einem Jahr für alle Einrichtungen einen heilpädagogischen Beratungs- und Förderdienst eingerichtet. Er kommt allen Kindern mit zusätzlichem Förderbedarf zugute", erläutert Dechant Picken. Das Zusatzangebot der katholischen Einrichtungen wurde in Bad Godesberg entwickelt und gibt es hier erstmalig in Deutschland.

Der Ausbau der U3-Plätze und das Angebot für Kinder mit Beeinträchtigung haben zur Folge, dass die katholischen Träger in Bad Godesberg 23 neue Stellen für Erzieherinnen geschaffen haben. "Es konnte uns trotz des Mangels an Erzieherinnen gelingen, alle Stellen zu besetzen. Wir führen das auf das hohe Ansehen und die anerkannte Qualität unserer Einrichtungen zurück", ist Dechant Picken überzeugt.

Die katholischen Träger beschäftigen damit zur pädagogischen Begleitung der 655 Kinder in ihren 13 Einrichtungen im neuen Kindergartenjahr mehr als 130 Erzieherinnen. Im Kindergartenjahr 2008 waren es noch 94 Erzieherinnen. (ga)