Ausstellung beim BfN

Junge Flüchtlinge in Bonn erzählen in Bildern ihre Geschichte

Schauen sich die farbenfrohen Bilder an: BfN-Präsidentin Beate Jessel und Künstlerin Eva-Maria Salm.

Schauen sich die farbenfrohen Bilder an: BfN-Präsidentin Beate Jessel und Künstlerin Eva-Maria Salm.

Rüngsdorf. Junge Flüchtlinge haben in farbenfrohen Bildern ihr Reise nach Deutschland verarbeitet. Die Werke zeigt das Bundesamtes für Naturschutz bis zum 29. März 2018.

Ein Boot auf stürmischer See neben einer Kutsche in verschneitem Gebirge: Die Bilder, die in der Bibliothek des Bundesamtes für Naturschutz (BfN) ausgestellt sind, erzählen die Geschichten junger Flüchtlinge und vermitteln Eindrücke von der langen Reise und der Ankunft in Deutschland. Die Natur steht dabei im Mittelpunkt. Die Ausstellung haben nun BfN-Präsidentin Beate Jessel und Künstlerin Eva-Maria Salm eröffnet.

Während des vergangenen Schuljahres hatte Salm die großenteils aus Syrien stammenden Kinder und Jugendlichen einer Integrationsklasse der Carl-Schurz-Realschule ans Malen mit Acrylfarben herangeführt.

Schnittstelle zwischen Gesellschaft und Natur

Neben ihrer Tätigkeit als freischaffende Künstlerin betreut sie internationale Förderklassen und versucht, das Ankommen der Flüchtlinge durch Kunst zu erleichtern. „Durch das Malen und die Ausstellung fühlen sich die jungen Geflüchteten besser aufgenommen und integriert“, sagte Salm. Das Projekt gewann einen von drei Integrationspreisen der Stadt Bonn.

Bei der Eröffnung drückte Jesse ihre Bewunderung für die gelungenen bunten Arbeiten aus und hob die besondere Bedeutung der Hintergründe der Bilder hervor. Ihre Behörde sei an der Schnittstelle zwischen Gesellschaft und Natur tätig und könne sich durch die Ausstellung „Farbenfrohe Naturwunder“ in die aktuellen gesellschaftlichen Themen einbringen und einen Beitrag leisten.

Rahaf entdeckt ihre Leidenschaft für die Kunst

Neben Jesse und Salm waren auch einige der jungen Maler mit ihren Familien und Lehrern bei der Vernissage. Die 13-jährige Rahaf musste vor drei Jahren mit ihrer Familie aus Syrien fliehen. Sie hatte schon zu Beginn des Projektes ihre Leidenschaft für die Kunst entdeckt und mehrere Bilder gemalt, von denen zwei direkt im Eingang der Bibliothek hängen.

Zu sehen sind ein Schiff in den Fluten des Meeres, was die Eindrücke ihrer Flucht widerspiegelt. Das andere Bild wirkt idyllisch: eine Pferdekutsche, die durch eine schneebedeckte Gebirgslandschaft fährt. „In Deutschland habe ich zum ersten Mal Schnee gesehen“, sagte Rahaf. Zu sehen sind auch Landschaften, Tiere und Pflanzen.

Die Ausstellung ist bis zum 29. März 2018 in der Bibliothek des BfN, Konstantinstraße 110, zu sehen. Sie ist montags bis freitags von 9 bis 16 Uhr geöffnet, an Feiertagen ist die Ausstellung geschlossen.