One World Mobil

Jugendtreff rollt nach Lannesdorf

Susanne Heyd (2. von rechts) und ihr Team stehen ab jetzt zweimal pro Woche mit dem One World Mobil in der Straße "Im Gries" in Lannesdorf.

Susanne Heyd (2. von rechts) und ihr Team stehen ab jetzt zweimal pro Woche mit dem One World Mobil in der Straße "Im Gries" in Lannesdorf.

Lannesdorf. Das One World Mobil macht ab jetzt zweimal die Woche Halt im Süden Bad Godesbergs. Ab Frühjahr fahren die Sozialpädagogen auch den Spielplatz am Kapellenweg an.

Jugendarbeit ohne Kicker und Videospielkonsolen: Das One World Mobil, der fahrbare Treffpunkt für Jugendliche von der Caritas und der Evangelischen Jugendhilfe Godesheim, hat jetzt sein Angebot erweitert und dringt zukünftig regelmäßig in die südlicheren Gefilde des Stadtgebiets vor. Ab Montag, 15. Januar, wird das auffällig bemalte Wohnmobil zweimal pro Woche in Lannesdorf zu Gast sein. Auf dem Parkplatz hinter der Hausnummer 22 auf der Straße „Im Gries“ können die Jugendlichen dann entweder an Freizeitaktivitäten und kreativen Projekten teilnehmen oder sich einfach mal den Ärger von der Seele reden.

„Unsere Mitarbeiter haben immer ein offenes Ohr für die Probleme und Sorgen der Jugendlichen und können Unterstützung geben, wenn es zum Beispiel um Liebeskummer oder Probleme in der Schule geht“, erklärt Susanne Heyd von der Evangelischen Jugendhilfe Godesheim. „In der Regel besteht die Mannschaft des One World Mobils nämlich aus ausgebildeten Fachkräften, zum Beispiel Sozialpädagogen und Kunsttherapeuten.“

Einer von ihnen ist Carsten Gebauer. Der 28-Jährige hat einen Abschluss in Erziehungswissenschaften und arbeitet für das Hermann-Josef-Haus der Caritas. „Die Arbeit mit den Jugendlichen macht mir Spaß. Vor allem weil der Kontakt zu den Besuchern so offen und einfach ist“, sagt er. Das liege zu einem guten Teil daran, dass er bei der Arbeit mit dem mobilen Treff aktiver auf Jugendliche zugehen könne und mehr Laufkundschaft habe, als es zum Beispiel bei einer stationären Betreuung der Fall sei.

„Dabei war das Mobil ursprünglich als eine Zwischenlösung gedacht“, so Heyd. „Es sollte die Zeit überbrücken, bis das One World Café im Hansa-Haus fertiggestellt wird.“ Der Jugendtreff an der Alten Bahnhofstraße wurde schließlich im Sommer 2016 eröffnet, das Mobil blieb aber weiter im Einsatz – gefördert von den Trägern und der Stadt Bonn. „In der Innenstadt sind wir nun hauptsächlich durch das Café mit unserem Betreuungsangebot vertreten“, sagt Heyd. Aktuell stehe das Mobil zudem immer freitags ab 15 Uhr an der Koblenzer Straße, direkt an den Tennisplätzen im Kurpark. Aus diesen Gründen sei es an der Zeit gewesen, weiter aus dem Stadtzentrum herauszugehen, in Richtung Mehlem und Lannesdorf, so Heyd.

Neben dem Standort „Im Gries“, wo das Mobil zukünftig immer montags und mittwochs zu finden sein wird, ist noch ein weiterer Halt geplant: der Spielplatz am Kapellenweg. „Wir wollen die Stelle ab diesem Frühling anfahren“, sagt Heyd. „Zurzeit gibt es dort aber Umbauarbeiten, weil dort auch das Spielmobil der Stadt stehen soll, dessen Angebot sich vor allem an Kinder richtet.“ Das One World Mobil ist dagegen eher was für die Größeren – für Jugendliche ab 14 Jahren.

„Bei uns können die Jugendlichen bei jedem Wetter vorbeischauen, Leute kennenlernen, Spiele ausleihen oder auch mal eben ihr Handy aufladen und im Internet surfen“, erklärt Heyd. „Darüber hinaus gibt es bei uns auch gesunde Snacks und Tee. Geplant sind außerdem sportliche Aktivitäten, wie zum Beispiel Basketball und Fußball.“ Auch in puncto Zukunftsplanung will das Projekt weiterhelfen: Wer Probleme bei der Jobsuche hat, kann sich an die Mitarbeiter des Mobils wenden. „Bei uns sind alle willkommen, keiner wird ausgegrenzt“, sagt Heyd.