Die Fakewelt von Instagram und Shakespeare

Jugendkulturprojekt IYOUWE in Bad Godesberg

Alles über digitale Vernetzung und Instagram erzählt der Influencer Michael Bednorz

Alles über digitale Vernetzung und Instagram erzählt der Influencer Michael Bednorz

Bad Godesberg. Bei den Workshops im Hansahaus geht es um Theater, Kunst, Rockmusik und soziale Medien. Für Kurzentschlossene: In einigen Kurse sind noch ein paar freie Plätze.

In unterschiedlichen kreativen Workshops, die an mehreren Tagen in einem drei- bis vierstündigen Block angeboten werden, arbeiten zurzeit rund 100 Jugendliche in Bad Godesberg zusammen mit professionellen Künstlern und Workshopleitern. Dabei geht es um Themen wie zum Beispiel Theater, bildende Kunst, Rockmusik oder soziale Medien. „Mit unserem Projekt IYOUWE wollen wir zeigen, was es in Bad Godesberg für kulturelle Möglichkeiten für Jugendliche gibt“, berichtet Mirjam Siebenlist, stellvertretende Amtsleiterin des Kulturamts. Und: „Wir wollen die Jugendlichen da abholen, wo sie sind“, so Siebenlist, „denn Bad Godesberg liegt uns am Herzen.“

Das gilt zum Beispiel fürs One World Café im Hansahaus, wo in den vergangenen Tagen ein Workshop zum Thema Instagram angeboten wurde. „Heute geht es beispielsweise um die Fakewelt, die Instagram auch bietet“, erzählt Workshop-Leiter Michael Bednorz. Teilnehmerin Talia Sachs aus Bad Godesberg (18) pflichtet ihm bei: „Das ist eine Scheinwelt, dessen muss man sich bewusst sein.“

Bilder am Handy bearbeiten

Dass es in dem Workshop nicht nur theoretisch, sondern auch ganz praktisch zugeht, erzählt Teilnehmer Torben Pakleppa (12) aus Kessenich. „Wir haben hier zum Beispiel gelernt, coole Bilder zu machen und zu bearbeiten. Und wir haben das alles am Handy gemacht.“

Eher analog ging es dagegen am Donnerstag auf der Bühne des Rock- und Popzentrums im Hansahaus zu, wo eine Gruppe von Jugendlichen mit Theaterpädagogin Angela Merl in die poetische Sprache und unterschiedlichste Figuren von Shakespeare eintauchte. „Einige Teilnehmer haben bereits ein bisschen Theatererfahrung, andere nicht“, berichtete Merl. Jedenfalls sei es ein „super Projekt zum Reinschnuppern“. Unter dem Titel „Ein Sommernachts-Verwirrspiel“ galt es unter anderem, eigene Rollenbiografien und Theaterszenen zu erfinden. Ziel des Workshops, so Merl, sei es, Literatur für ein junges Publikum aufzuarbeiten. Hintergrund für diesen Workshop ist übrigens Mitte November die Premiere einer besonderen Familienbearbeitung des „Sommernachttraums“ am Schauspiel in Bad Godesberg.

Kulturmeile für Jugendliche

Für Magdalena Bahr, die das Projekt in den Herbstferien bereits zum dritten Mal gemeinsam mit dem Kulturamt organisiert und durchführt, ist es bis auf wenige Ausnahmen wieder ein komplett neues Programm, das man auf die Beine gestellt hat. „Auch für Jugendliche aus anderen Bonner Stadtbezirken lohnt es sich, nach Bad Godesberg zu kommen“, so Bahr. Die Erfahrung zeige, dass in der ersten Herbstferienwoche weniger Teilnehmer die Veranstaltungen besuchten. „Nächste Woche aber wird es turbulent“, so Bahr.

Und: Für einige Kurse gibt es noch ein paar freie Plätze. So zum Beispiel für den Schmuckdesign-Workshop im Aloisiuskolleg oder den Musik- und Band-Workshop im Rock- und Popzentrum im Hansahaus. Die insgesamt zehn Workshops, die nächste Woche laufen, finden alle an verschiedenen Veranstaltungsorten statt. „Damit haben wir Bad Godesberg zu einer Art Kulturmeile für Jugendliche gemacht“, so Bahr.

Alle Angebote sind kostenfrei, Informationen gibt es im Internet unter bonn.de/@Iyouwe sowie im Kulturamt im Rathaus Bad Godesberg und im One World Café im Hansahaus. Dort findet auch am Sonntag, 28. Oktober, das große Abschlussfestival statt.