42. Bonner Jägertag

Jäger in Bonn diskutieren über Umweltthemen

In seinem Vortrag erklärt Thomas Delschen, Präsident des Landesamtes für Natur, dass Artenschutz auch Lebensraumschutz ist. FOTO: REUTER

In seinem Vortrag erklärt Thomas Delschen, Präsident des Landesamtes für Natur, dass Artenschutz auch Lebensraumschutz ist. FOTO: REUTER

Bad Godesberg. Mehr als 200 Teilnehmer kamen zum Treffen anlässlich des 42. Bonner Jägertags in die Stadthalle nach Bad Godesberg. Im Mittelpunkt standen die Lebensräume der wild lebenden Tiere.

Auf Schloss Homburg hatte man schon beraten und in der Landjugendakademie Altenkirchen. Seit einigen Jahren findet der Bonner Jägertag jedes Jahr in der Bad Godesberger Stadthalle statt. Je nach Themenschwerpunkt treffen sich hier Freizeit- und Berufsjäger, Wissenschaftler, Tierärzte, Forstleute, Vertreter der Landwirtschaft und Referenten der Länder- und Bundesministerien aus dem weiten Umkreis. Rund 200 Teilnehmer hatten sich zum 42. Bonner Jägertag am Dienstag angemeldet, um sich zu den Schwerpunktthemen „Lebensräume erhalten und gestalten“ auszutauschen.

„Wir wollen Wege finden, wie man Lebensraumqualität in der Agrarlandschaft erhält und wieder verbessert“, fasste Moderator Michael Petrak von der Forschungsstelle für Jagdkunde und Wildschadenverhütung zusammen. Noch vor einem knappen Jahrhundert sei der Lebensraumschutz aufgrund vieler bäuerlicher Betriebe und kleiner Flächen quasi gratis gewesen. Geändert habe sich das unter anderem durch die Veränderungen in der Agrarwirtschaft, so Petrak. Der Preisdruck sei stark gestiegen.

„Noch in den 50er und 60er Jahren gaben die Menschen rund 40 Prozent ihres Einkommens für Lebensmittel aus. Das ist heute deutlich weniger“, berichtete der Moderator. Durch die geringen Preise müssen Landwirte immer günstiger produzieren, mit entsprechenden Folgen für die Natur. Es brauche eine Kooperation aus Landwirtschaft, Naturschutz, aber auch den Bürgern, meinte Petrak. Das beziehe sich aber nicht nur auf das Kaufverhalten der Bürger.

Freilaufende Hunde sind ein Problem für wild lebende Tiere

„Auch freilaufende Hunde sind für die wild lebenden Tiere ein Problem“, erklärte Petrak. Vor Jahrzehnten waren sie Jägern und Naturschützern bereits ein Dorn im Auge, weil die meisten der Wolfsnachfahren ihrer Natur gemäß jagen, wenn sie die Gelegenheit dazu bekommen. Das und die stark zunehmende Verschmutzung von Flächen durch Hundekot sei wegen der erheblich gestiegenen Anzahl der Hunde ein Problem, so Petrak.

Dem stimmte der Leiter des Wildtiermanagements im Nationalparkbezirk Kermeter und Gast beim Jägertag, Andreas Becker, zu. Es seien Fälle von Aborten bei Rindern bekannt, die auf hundekotverunreinigtes Heu zurückzuführen seien. Schwierig sei der Umgang mit dem mangelnden Problembewusstsein der Hundehalter, so Becker. Schilder würden ignoriert, Hundekot nicht entfernt. Regeln gebe es, es mangele an Kontrolle und Durchsetzung.

Vom Jägertag, den Vorträgen und dem Austausch erhoffe man sich neue Ansätze für die geplanten Kooperationen, „denn Artenschutz heißt Lebensraumschutz“, sagte Thomas Delschen, Präsident des Landesamtes für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz.