Baupläne in Mehlem

Investor möchte sechs Häuser mit 17 Wohnungen errichten

Das Grundstück an der Mainzer Straße zur Auffahrt auf die B 9 soll bebaut werden. Die Grünen kritisieren das Vorhaben.

MEHLEM. Die ehemaligen Botschaften und Residenzen in Mehlem weichen langsam anderen Wohngebäuden. Nachdem unter anderem auf dem Gelände der türkischen Botschaft die Abrissarbeiten voranschreiten, soll sich auch auf dem ehemaligen Areal der Jamaikaner etwas tun.

An der Mainzer Straße 265 sollen sechs Häuser mit insgesamt 17 Wohnungen entstehen, erfuhren die Politiker in der jüngsten Sitzung des Unterausschuss Bauplanung von der Verwaltung.

Die Stadt hat die Bauvoranfrage bereits positiv beschieden, die Politiker haben kein Mitspracherecht. Der Grund: Das Grundstück liegt innerhalb eines sogenannten Fluchtlinien- und eines Textbebauungsplans. Soll heißen, dass kein neuer Bebauungsplan aufgestellt werden muss. Die Verwaltung nimmt die Pläne unter dem Aspekt unter die Lupe, ob sich die Gebäude in die Umgebung einpassen. Ist das nach Meinung der Stadt der Fall, darf der Investor seine Ideen umsetzen.

Die geplanten Gebäude sind allerdings größer, als es die Baufluchtlinien vorschreiben. Zur Mainzer Straße hin werden die Vorgaben teilweise um zwei bis sieben Meter überschritten. Am Verbindungsweg zwischen Mainzer Straße und Im Vogelsang sind es zwei bis drei Meter. "Die festgesetzten Bautiefen von 24 Metern werden durch die Terrassen um bis zu fünf Meter überschritten", so die Verwaltung weiter.

Das sei aber kein Problem. Die Überschreitungen entsprächen zum Teil den Häusern, die bereits an der Mainzer Straße stehen. Außerdem würden sie die Baufluchten der Umgebung aufnehmen und seien "allesamt geringfügig". Deswegen sind die "Überschreitungen städtebaulich vertretbar", heißt es aus der Verwaltung.

Die geplante Geschosszahl - laut Stadtverordneter Monika Heinzel von den Grünen sollen die Gebäude aus Sockel-, erstem und einem Staffelgeschoss bestehen - sei ebenfalls in Ordnung, es müsse nur nachgewiesen werden, dass die Häuser nicht deutlich höher als die umliegenden Gebäude werden. Dieser Nachweis solle "im Baugenehmigungsverfahren erbracht werden", so die Verwaltung.

Doch es gibt auch Probleme: Das Gelände liegt teilweise im Hochwassergebiet, so dass die Bezirksregierung Köln in das Genehmigungsverfahren eingebunden werden muss. Außerdem ist zu berücksichtigen, dass der Hochwasserschutz am Areal Im Vogelsang bei 9,50 Meter liegt. Wird der Pegel überschritten, "steht das Wasser in kürzester Zeit 1,80 Meter hoch an den geplanten beiden unteren Baukörpern", so die Verwaltung.

"Im weiteren Baugenehmigungsverfahren werden die rechtlichen und bautechnischen Anforderungen, die sich durch die Lage im Überschwemmungsgebiet ergeben, berücksichtigt."

Das ist aber noch nicht alles: Um das neue Areal erschließen zu können, muss der Stichweg zwischen Mainzer Straße und Im Vogelsang ausgebaut werden. Der Weg ist im oberen Teil nämlich lediglich auf einer Breite von 2,60 Meter befestigt und ist somit für den Autoverkehr ungeeignet. Doch das ist noch nicht alles: Laut Verwaltung ist der obere Bereich des Weges abschüssig, die Durchfahrt zur Mainzer Straße für Kraftfahrzeuge verboten.

Der Stichweg ist indes die Möglichkeit für die Politik, in das Bauvorhaben einzugreifen. "Um den Stichweg wie geplant als Straße auszubauen, müssen Investor und Verwaltung ein Grundstück tauschen", erklärt Heinzel. Und dabei müsste die Politik einbezogen werden und zustimmen.