Türkische Botschaft in Mehlem

Ins Nibelungenkarree ziehen in zwei Jahren 80 Bewohner

MEHLEM. Über Wochen wurde gerätselt, was der neue Eigentümer wohl mit dem Gelände der ehemaligen türkischen Botschaft im Schilde führt - nun ist es heraus. Im Nibelungenkarree, so der Arbeitstitel für das zwischen Rüdiger-, Ute- und Gernotstraße gelegene Areal, sollen in etwa zwei Jahren knapp 80 Bewohner ein neues Zuhause finden.

Wo am Montag zaghaft mit dem Abriss der beiden alten Bürogebäude begonnen wurde, soll vom kommenden Frühjahr an gebaut werden. Geplant seien zwei Baukörper, die ebenso wie die beiden bisherigen Baukörper im rechten Winkel zueinander ausgerichtet werden sollen.

Auch die Anordnung werde dem bisherigen Bestand gleichen, sagt Projektentwickler Ingo Teichgräber, der die Immobilie vor wenigen Monaten von der Türkei gekauft hat. Somit soll an der Grundstückseite zur Gernotstraße eine Grünzone als Puffer erhalten bleiben, um den gegenüberliegenden Einfamilienhäusern nicht die Wirkung zu nehmen.

Auch sollen die geplanten Gartenflächen den Bedürfnissen von Familien mit Kindern entsprechen, die bei der Vermarktung der Eigentumswohnungen ausdrücklich eine Zielgruppe sind: "Wir wünschen uns eine gemischte Klientel aus älteren und jungen Bewohnern", so Ingo Teichgräber.

Für Stellplätze sei mit zwei Tiefgaragen in ausreichender Zahl gesorgt, so Teichgräber; leichte Baufeldüberschreitungen meint er mit Verzicht an anderer Stelle kompensieren zu können. Insgesamt sollen in den beiden Neubauten zusammen rund 40 Wohneinheiten in einer Größe zwischen 50 und 145 Quadratmetern entstehen. Vorgesehen sind jeweils zwei Obergeschosse und ein Staffelgeschoss. Die Häuser sollen knapp anderthalb Meter höher werden als die alten Botschaftsgebäude.

Deren Abriss wurde gestern eingeleitet. Laut Teichgräber besteht in der Nachbarschaft kein Anlass zur Sorge wegen möglicher belasteter Baustoffe wie Asbest oder Teer in der alten Substanz: "Um den Abbruch kümmern sich zertifizierte Firmen, die das professionell erledigen", sagt er.

Den Bad Godesberger Kommunalpolitikern will Teichgräber das Nibelungenkarree in der Sitzung der Bezirksvertretung am Mittwoch kommender Woche präsentieren. Das Vorhaben fügt sich in eine Reihe von Wohnbauprojekten, die zurzeit in Bad Godesberg geplant werden oder bereits im Bau sind. Im Stadtbezirk zwischen Landesgrenze und Rheinaue entsteht zurzeit ein Dutzend neuer Wohnquartiere unterschiedlicher Größe und Preisklassen.