Nach dem Bürgerentscheid Initiativen bestehen auf Kurfürstenbad in Godesberg

Vor dem geschlossenen Kurfürstenbad wuchern Gras und Unkraut. Der Schriftzug über dem Eingang ist verwittert.

Bad Godesberg. Nach dem Bürgerentscheid suchen die vermeintlichen Gewinner, allen voran die beiden Bad Godesberger Initiativen, die sich gegen den Bau des Wasserlandbads ausgesprochen hatten, nach Lösungen.

Auf zwei Bürgerentscheide folgt das Dilemma: Die Bonner sprachen sich 2017 erst mehrheitlich gegen eine Wiedereröffnung des Kurfürstenbades aus. Gleichwohl ist seit dem 4. August die Alternative – das Wasserlandbad – vom Tisch. Auch wenn es um die beiden Bad Godesberger Bürgerinitiativen nach der Abstimmung ruhiger geworden ist, wollen sie am Ball bleiben und sich weiter für ein Stadtteilbad im Süden einsetzen.

Zumindest die Bad Godesberger haben bei beiden Abstimmungen mehrheitlich deutlich gemacht, dass sie künftig ein Hallenbad in ihrem Stadtbezirk wollen. So hält auch Axel Bergfeld an seiner Forderung fest: „Vier Stadtbezirke – vier Bäder“, lautet das Motto der 2015 gegründeten Bürgerinitiative „Kurfürstenbad bleibt!“. Der zweite Entscheid habe das noch gestärkt, „weil die Bonner ja auch ihr Stadtteilbad erhalten wollen“, sagt der Godesberger. Er ist sich sicher: Egal in welchem Bezirk man abstimmen lasse, es würde sich eine große Mehrheit für ein Bad im eigenen Kiez finden.

Für ihn sind es „sachfremde Gründe“, die dazu führen, dass man das Bad an der Kurfürstlichen Zeile nicht wieder öffnen will: „In Godesberg geht es darum, dass man öffentliche Grundstücke vermarkten und freiräumen will. Das Kurfürstenbad ist im Weg“. Wobei Bergfeld nichts gegen eine Hochschulnutzung habe. Man könne an der Stelle aber beides unter einen Hut kriegen. Die aktuellen Vorschläge, aus dem Friesdorfer Freibad ein Kombibad zu machen, seien abstrus. Auch die Bürger.Bad.Godesberg, der zweite Gegner des Dottendorfer Bads, sehen das kritisch.

Für Bergfeld ist die Lösung für die Bonner Bäderlandschaft einfach: „Es gibt vier Bäder, die machen wir schön, attraktiv und zeitgemäß.“ Er wolle keine marode Technik erhalten, fordert aber eine Wasserrutsche für jedes Stadtteilbad. Nun sei der Stadtrat am Zug. „Wir wollen Mitverantwortung übernehmen und stehen Gewehr bei Fuß, den Prozess zu begleiten.“, sagt Bergfeld. Man müsse der Sache nun aber ein bisschen Zeit geben.

Wunschvorstellung der Bürger.Bad.Godesberg ist eine Staffelung

„Man sollte sich endlich mal an einen Tisch setzen“, so Wolfram Kuster von Bürger.Bad.Godesberg. Auch diese Initiative will sich weiter für das Kurfürstenbad einsetzen, auch wenn sie die Öffnung nicht garantieren könne, so Vorsitzender Joachim Schäfer. Wer gegen das Wasserlandbad war, habe nun eine Erwartungshaltung. Mit der jetzigen „bockigen“ Haltung der Jamaika-Koalition habe er gerechnet. Menschlich sei das zu verstehen, wenn man siegessicher auf einmal „in den Keller fällt“.

Mit ihren Vorschlägen zum Friesi habe die Godesberger CDU nun alles etwas abgefedert. Sabine Köhne-Kayser, dritte Vorsitzende, sagt, dass auch die Grünen zum Teil schon ihre Haltung geändert hätten: So hat Karin Robinet etwa gegen Dottendorf gestimmt und begründet das ausführlich auf Facebook. Schäfer und seinen Mitstreitern geht es darum, das Schulschwimmen in Bonn bis spätestens 2022 zu sichern. „Länger darf man es nicht herauszögern“, sagen sie. Man solle mit dem Thema nicht bis nach der nächsten Kommunalwahl warten.

Die Wunschvorstellung der Bürger.Bad.Godesberg ist eine Staffelung: Erst sollen Hardtbergbad, Beueler Bütt und Frankenbad saniert werden. Das Kürfürstenbad wäre dann in zwei Schritten an der Reihe: kurzfristige Sanierung von Lüftung, Elektrik und Heizung sowie ein Außenmodul für die Badtechnik. Ein paar Jahr später könne man dann ein Familienbad daraus machen.

Schäfer wehrt sich gegen Vorwürfe, wonach die vom eigenen Verein vorgestellten Entwürfe dazu den Eindruck erweckt hätten, alles könne kurzfristig umgesetzt werden. Ein Umbau habe eine Vorlaufzeit von fünf bis acht Jahren, so die Kritik, der Schäfer widerspricht: Die Pläne des Vereins basierten auf einem städtischen Sanierungsplan von 2009, 2012 und 2017. Die Bindungsfrist des ersten Bürgerentscheids läuft im kommenden Frühjahr aus. Schäfer findet, dass man jetzt schon die Zukunft des Kurfürstenbads planen solle.

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