Räumaktion beginnt im Mai

Immanuelkirche in Bad Godesberg wird umgebaut


Der Eingang der Kirche wird in Zukunft auf einer Ebene und ohne Treppen erreichbar sein.

Der Eingang der Kirche wird in Zukunft auf einer Ebene und ohne Treppen erreichbar sein.

Bad Godesberg. Bald wird's ernst mit dem Umbau der evangelischen Immanuelkirche. „Die Kirche wird nach den Osterferien geschlossen und komplett ausgeräumt“, informierte am Mittwochabend Hans-Georg Kercher als Presbyteriumsvorsitzender die Gemeindeversammlung.

„Die Bauarbeiten werden um den 20. Juni beginnen und ein Jahr dauern“, so Presbyteriumsvorsitzender Hans-Georg Kercher. So lange werde man nur einen Katzensprung entfernt ein 45 Quadratmeter großes Ladenlokal im Einkaufszentrum anmieten, in dem ab 15. Mai ein Jahr lang die Bücherei und das Kontaktbüro der Gemeinde Nutzer einladen werden. Im Keller unter dem italienischen Restaurant werden 90 Quadratmeter große trockene Abstellräume genutzt. „Bei der Gelegenheit werden wir auch kräftig entrümpeln“, versprach Küsterin Regina Franz. Wie berichtet, plant die Johannes-Kirchengemeinde, ihr in die Jahre gekommenes Heiderhofer Gemeindezentrum nebst Kirchraum kernzusanieren und umzustrukturieren.

Und wo werden ein Jahr lang die Gottesdienste stattfinden? „Dafür nehmen wir sehr gerne die Einladung der nachbarlichen katholischen Kirche Frieden Christi an“, erläuterte Pfarrer Jan Gruzlak. Die Katholiken feierten dort ihre Sonntagsgottesdienste ab 9.30 Uhr. Die Protestanten erhielten den Kirchraum dann ein Jahr lang ab 11.30 Uhr sozusagen zum Langschläfergottesdienst. „Kommen Sie davor doch auch zum Stehcafé, sodass wir uns sonntags ökumenisch treffen können“, lud Dorothee Schwüppe unter großem Beifall ein.

Leicht veränderte Bauplanung

Die Frieden-Christi-Vertreterin ist auch Vorsitzende des Bonner Katholikenrats. Zudem folge die Gemeinde ebenso gerne der Einladung des diakonischen Hauses auf dem Heiderhof, in dem man demnächst das Gros der Gruppenangebote veranstalten könne, ergänzte Pfarrer Gruzlak. „Die Heiderhofer können also für fast alle Gemeindeangebote hier im Ortsteil bleiben.“ Was ebenfalls beklatscht wurde. Nur ein paar Angebote wanderten ins Pennenfelder Gemeindehaus.

Über die inzwischen leicht veränderte Bauplanung informierte Presbyter Wolfgang Bauer. Das Prinzip sei gleich geblieben: „Wir bauen nichts an. Wir bauen nichts drauf. Aber wir bauen das Innere barrierefrei um. Und wir verändern die Außenanlage.“ Die Gartenanlage ist im Februar schon Richtung Einkaufszentrum komplett freigeschnitten worden. Auch Bäume wurden gefällt.

Barrierefreies Gebäude

Die Gemeinde will sich bewusst öffnen und Kirche und Haus auch vom Zentrum aus zugänglich machen. Der 1973 errichtete zweigeschossige Flachdachbau wiederum wird zu einem barrierefreien Gebäude mit flexibler Raumnutzung verändert. Das Parterre wird durch Aufdocken des Bodens auf einer einzigen Ebene liegen und mit einer Behindertentoilette versehen. Die Bücherei soll aus ihrem Räumchen in einen großzügigen Bereich einziehen. Der bis zum Garten reichende Mittelteil soll durch Schiebetüren vielfach nutzbar und mit Sitz- und Leseecken für jedermann ausgestattet werden.

Neu in Bauers Ausführungen war die nun weitaus schlechtere Beurteilung des Zustands der ersten Etage. Nun muss der Kirchraum doch komplett ausgeräumt und nach Brandschutzregeln erneuert sowie akustisch besser ausgestattet, das Dach muss saniert werden. Was die Baukosten von bislang 1,9 auf 2,23 Millionen Euro steigen lässt, wie Kercher auf Nachfrage erklärte. „Ja, wir haben das Geld noch aus unserem Anteil am Verkauf des Waldkrankenhauses und aus dem Verkauf der Marienforster Kirche. Aber wir sind damit an den Grenzen unserer Möglichkeiten angelangt.“ Die Gemeinde leiste momentan sicher eine Mammutaufgabe, resümierte Pfarrer Rainer Fincke. Nämlich sukzessive die Erneuerung aller ihrer Gebäude, vom Gemeindezentrum Immanuelkirche über die Rigal'sche Kapelle bis zum Gemeindezentrum Johanneskirche.