Warme Mahlzeit

Im siebten Suppenhimmel

Im Godesberg Suppenhimmel helfen (von links) Michael Langenbach-Glintenkamp, Iris Mc Arthur, Renate Fischer und Manfred Wüllner.

Im Godesberg Suppenhimmel helfen (von links) Michael Langenbach-Glintenkamp, Iris Mc Arthur, Renate Fischer und Manfred Wüllner.

Bad Godesberg. "Vorzüglich", meint ein Gast, nachdem er eine Lauchcremesuppe aus dem Hause Dreesen gegessen hat. Er steht vor dem Tresen im "Suppenhimmel" und fragt nach einem Nachschlag.

"Kein Problem", entgegnet Renate Fischer, die zusammen mit zwei weiteren Ehrenamtlern an diesem Tag Dienst tut in der Suppenküche der katholischen Kirche am Fronhof 17.

Seit Anfang des Jahres wird in den ehemaligen Räumen der Katholischen Bücherei täglich zwischen 12 und 14 Uhr, außer sonntags, ein warmes Essen ausgegeben. Initiiert hatten diese Einrichtung Marion Hauck, Pächterin der Godesburg, und Dechant Wolfgang Picken.

"Der Suppenhimmel hat sich wirklich gut entwickelt", sagt Picken. "Wir haben jetzt auch die Klientel erreicht, die wir damit erreichen wollten." Und: "Der Standort am Fronhof hat sich etabliert." Auch Marion Hauck ist guter Dinge: "Das Ganze ist super angekommen, genau so, wie wir das wollten. Vor allem Obdachlose und alte Menschen kommen zu uns." Kürzlich habe ihr eine ältere Dame erzählt, wie froh sie über den Suppenhimmel sei. Sie bräuchte jetzt keine Angst mehr zu haben, am Ende eines Monats kein Geld mehr für eine warme Mahlzeit zu haben - schließlich gebe es jetzt ja den Suppenhimmel.

Die wichtigste Nachricht: Alle Gastronomiebetriebe haben kürzlich zugesagt, bis auf Weiteres weiterzumachen, denn ursprünglich hatten die Initiatoren lediglich Zusagen für eine dreimonatige Testphase erhalten.

Jeder Helfer kommt etwa alle 14 Tage zum Zug

Stolz darf auch Angela Kirsch, Vorsitzende des Caritasausschusses in Bad Godesberg und gemeinsam mit Monika Overkott Koordinatorin der Initiative, sein. "Unsere Aufgabe war es, das Ganze hier auf den Weg zu bringen. Mittlerweile betreut täglich ein anderes Team von Ehrenamtlern die Suppenküche, samstags sind sogar Schüler dabei. Wir hatten Zusagen von 100 Helfern, da haben wir dann die Liste geschlossen. So kommt jeder Helfer jetzt etwa alle 14 Tage zum Zug", so Kirsch. "Die Organisation läuft perfekt ab", berichtet Renate Fischer. "In der Regel gehen 50 bis 60 Essen täglich raus. Übrig bleibt selten etwas."

Viele treffen sich im Suppenhimmel einfach auch, um miteinander ins Gespräch zu kommen. "Manche Kunden helfen uns auch schon einmal mit handwerklichem Geschick, wenn eine Kleinigkeit repariert oder angebracht werden muss", erzählt Manfred Wüllner, der ebenfalls die Suppenküche tatkräftig unterstützt. Wobei das Wort "Suppenküche" es nicht ganz trifft, schließlich ist einmal in der Woche "Pasta-Tag". Dann liefert Bruna Micciché vom Restaurant "Terra Vino" aus der Brunnenallee ihre hauseigene Pastavariation.

"Ich mache das sehr gerne", sagt sie. "Ich möchte einfach etwas Gutes tun, wenn ich schon kaum Zeit habe, in die Kirche zu gehen. Und ich freue mich darüber, dass sich das in Godesberg mittlerweile herumgesprochen hat." Wenn die Italienerin ihre Pasta liefert, gibt sie den Ehrenamtlern auch schon mal Tipps, wie sie mit der mitgelieferten Soße umzugehen haben. Schließlich will sie, dass es im Suppenhimmel genauso gut schmeckt wie in ihrem Restaurant.