Problem ist bekannt

Im Bad Godesberger Kurpark herrscht Rattenalarm

BAD GODESBERG. Spaziergänger sichten Ratten rund um den Teich im Bad Godesberger Kurpark. Die Stadt erhält jedes Jahr rund 250 Meldungen von Bürgern, denen die Nager auffallen.

Ratten. Für die einen sind sie entspannte, süße Haustiere, für die anderen fiese Plagegeister. Doch egal, ob man sie mag oder nicht: In der Fußgängerzone, auf der Straße oder in Parks möchten viele den Nagern vermutlich nicht begegnen. Vor allem nicht am helllichten Tag. Das aber kann durchaus geschehen. Wie berichtet, hatte ein GA-Leser im Februar einige Ratten rund um das Aennchen gesichtet, nun wurden sie tagsüber im Kurpark beobachtet – rund um den Teich in der Nähe der Stadthalle.

Das Problem ist bei der Stadt bekannt. Bereits Mitte Juni sei solch ein Vorfall der Stadt gemeldet worden, sagte Vize-Stadtsprecher Marc Hoffmann auf GA-Anfrage. Und zwar durch eine sogenannte „Ratten-Meldung“. Sofort wurde „die von der Stadt für die oberirdische Rattenbekämpfung beauftragte Firma informiert, die bisher 24 Köderboxen in dem Bereich aufgestellt hat“. Diese würden regelmäßig auf Bissspuren kontrolliert, so Hoffmann.

Wie viele Ratten es in Bad Godesberg gibt, lässt sich nicht genau sagen. Wohl aber, wie viele Tiere auf öffentlichen Flächen wie Parks oder Straßen gesichtet und dann auch seitens der Bevölkerung gemeldet werden. Laut Hoffmann geschieht dies jährlich ungefähr 250 Mal. Die Zahl ist konstant: „Eine Zunahme der Meldungen ist nicht ersichtlich“, sagt Hoffmann. Allerdings gibt es saisonale Unterschiede. Soll heißen, dass im Sommer, wenn sich die Bad Godesberger häufiger und länger draußen aufhalten, mehr Tiere gesehen werden als im Winter.

Sind Ratten an der Oberfläche unterwegs, sind die Bürgerdienste zuständig, während das Tiefbauamt die Kanalisation im Blick behält. Um die Population einzudämmen, werden dort, wo Ratten gesichtet wurden, Köder ausgelegt. Oberirdisch werden diese in dafür vorgesehene Stationen gesetzt, außerdem werden Straßen und Parks regelmäßig kontrolliert. Wie viele ausgelegt werden, hängt von der Größe des betroffenen Gebiets ab. Außerdem wird ermittelt, wie viele Ratten sich dort an welcher Stelle aufhalten, so Hoffmann.

„Die Auslegung der Bekämpfungsmittel hat dabei grundsätzlich so zu erfolgen, dass Menschen und Tiere – mit Ausnahme der Wanderratte – nicht zu Schaden kommen“, erklärt der Vize-Stadtsprecher. Jede Köderstation wird mit Warnhinweisen versehen. Außerdem werden die Stellen so eingerichtet, dass Kinder und Erwachsene, aber auch Tiere wie Hunde oder Katzen das innen liegende Gift nicht erreichen können. „Grundsätzlich müssen zu Beginn der Bekämpfung die Köderstellen möglichst alle zwei bis drei Tage kontrolliert werden – mindestens aber nach dem fünften Tag und anschließend wöchentlich“, teilt Hoffmann mit. Dann werden die gefressenen Köder ersetzt. Sind keine Bissspuren mehr erkennbar, werden sie entfernt. „Daher ist nicht im Vorfeld zu sagen, wie lange die Köder aufgestellt werden müssen.“

Im Auftrag der Stadt ist eine Firma für die Bekämpfung der Nagetiere zuständig. Der entsprechende Auftrag wird alle drei Jahre ausgeschrieben. 2018 hatte das Tiefbauamt ursprünglich eine Summe von 500 000 Euro für die drei Jahre veranschlagt, die tatsächliche Auftragssumme aber lag und liegt mit 185 000 Euro für den Zeitraum (oder rund 61 666 Euro pro Jahr) deutlich niedriger. Die Kosten fielen geringer aus, weil die beauftragte Firma ihren Sitz in der Nähe von Bonn habe und den „jeweiligen Einsatzort schnell und günstig erreichen“ könne, hieß es damals von der Stadt.

Auch die Bürger können mithelfen, die Rattenpopulation zu verringern. Die Tiere „folgen in erster Linie ihren Nahrungsquellen“, sagt Hoffmann. „Ohne ein entsprechendes Futterangebot gibt es keine Vorkommen“, stellt der Vize-Stadtsprecher fest. Soll heißen, dass Essensreste nicht in der Toilette entsorgt werden sollten. Außerdem sollten Abfälle nur in geschlossenen Behältern gelagert werden und Gelbe Säcke für die Tiere nicht erreichbar sein.

Wer Ratten auf Straßen, in Parks oder am Rheinufer – also oberirdisch – gesehen hat, kann sich unter 02 28/77 25 45 an die Mitarbeiter der Stadt wenden. Wer vermutet, dass sich die Nagetiere in der Kanalisation oder in Gullys befinden, wählt die 02 28/77 41 40.