Show mit den Australian Singlettes

Hochsteckfrisuren und Schubidu im Bonner Theaterpalast

Bezirzt bei ihrem Solo die Männer am Bühnenrand: Singlette Melissa Langton.

Bezirzt bei ihrem Solo die Männer am Bühnenrand: Singlette Melissa Langton.

Bonn. Die „Australian Singlettes“ verwandeln den Theaterpalast an der B9 in Bad Godesberg in den kommenden Wochen in ein Party-Spiegelzelt. Die drei Entertainerinnen aus Melbourne begeisterten das Premierenpublikum.

Bei Donna Summers „Hot Stuff“ platzte der Knoten: Alle standen im vollen Malentes Theaterpalast auf, um mitzusingen und mitzutanzen. Bei der Premiere der „Australian Singlettes“ zeigte sich wieder, wie sich das von außen unscheinbar wirkende belgische Spiegelzelt zwischen B 9, Fitnessstudio und Tankstelle in eine eigene Welt verwandeln kann. Auch in den kommenden Wochen wollen die drei Australierinnen ihr Publikum in die 60er und 70er Jahre mit vielen Motownhits entführen.

Dabei nehmen sich Naomi Eyers, Melissa Langton und Neuzugang Gina Hogan gehörig selbst auf die Schippe. Etwa, was nach 30 Jahren auf Tournee ihr Alter angeht. „Ich bin 25… Also irgendwo zwischen 25 und dem Tod“, meinte Naomi. Die drei stellen neben bunten Kostümen vor allem ihre Hochsteckfrisuren zur Schau, die der Engländer als Beehives, Bienenstöcke, bezeichnet. „Da setzt das Haarspray die Schwerkraft außer Kraft“, so die Sängerinnen.

In dieser Rolle sind sie bei allem Klamauk richtig stark: Egal ob solo, a cappella oder alle zusammen – es liegt jede Menge Soul in den Stimmen, die scheinbar mühelos die Tonleitern rauf- und runterklettern. Das gipfelte bei „Lady Marmelade“ lang anhaltend in besonderer Höhe, wofür Naomi besonderen Szenenapplaus erhielt.

Die Singlettes aus Melbourne sehen aus, als ob Twiggy, Iris Berben und Cindy aus Marzahn eine Girlgroup gegründet hätten. Während zwei von ihnen freigiebig Marshmallows ins Publikum warfen, stopfte sich Melissa lieber einen nach dem anderen selbst in den Mund. Um danach, extra fürs Gastspiel einstudiert, „Ich will keine Schokolade“ zu singen – in Statur und Timbre ganz Trude Herr, bis auf die wasserstoffblonden Haare.

Nicht nur die Theaterpalastchefs Knut Vanmarcke und Dirk Vossberg-Vanmarcke zeigten sich begeistert. „Das gefällt mir richtig gut, absolute Profis“, meinte eine Frau im Rund. Das gilt auch für die Liveband aus Köln, ein Novum im Zelt, die bei „Shaft“ auch alleine zeigen kann, was sie in der Besetzung Drums, Keyboards, Bass, Gitarre und Saxofon drauf hat.

Zu hören sind mit viel Schubidu Hits etwa von den Ronettes, Abba, Supremes, Shangri-Las und Dusty Springfield. „Girls Just Want to Have Fun“ von Cindy Lauper ist dabei so etwas wie ein Leitspruch für die Singlettes, die immer wieder überraschen, wenn sie (vor allem die Männer) an den Tischen ins Geschehen einbeziehen und mit ihrer guten Laune anstecken. Wer des Englischen nicht so mächtig ist, muss sich nicht abschrecken lassen, denn die Musik steht im Mittelpunkt.

Die Show läuft bis Sonntag, 14. April, an der Godesberger Allee 69 – mittwochs bis sonntags. Karten gibt es ab 25 Euro in den Bonnticket-Shops des General-Anzeigers sowie im Internet auf www.ga-bonn.de/ticketshop.