Immobilien-Gesellschaft ProBonnum

Hochschul-Einzug in Kurfürstliche Zeile bleibt unklar

BAD GODESBERG. Sollte sich die Sparkasse Köln-Bonn tatsächlich von ihrer Immobilien-Tochter ProBonnum trennen, hätte das auch Auswirkungen auf viele Bad Godesberger Projekte aus – unter anderem auch auf die Kurfürstliche Zeile.

Die Hochschule Bonn/Rhein-Sieg arbeitet weiter daran, in der Kurfürstlichen Zeile eine Dependance einzurichten. Wann und ob der Wunsch umgesetzt werden kann, steht aber noch nicht fest. Denn die Entscheidung über die Ansiedlung des Zentrums für Cyber- und Datensicherheit liegt beim Land. Bisher aber gibt es noch kein grünes Licht aus Düsseldorf. Auch die Frage, ob und falls ja, wann der geplante Sparkassen-Neubau an der Rheinallee umgesetzt wird, hat Einfluss auf die Pläne – so wie auf den geplanten Ausbau der Haltestelle Rheinallee.

Die Hochschulansiedlung: Auch wenn man sich immer noch in einer Warteposition befinde, lege man die Hände nicht in den Schoß, sagte Eva Tritschler, Sprecherin der Hochschule, auf GA-Anfrage. „Damit wir bei einer positiven Nachricht keine wertvolle Zeit verlieren, treffen wir bereits jetzt vorsorglich und soweit überhaupt möglich Vorbereitungen für den Umsetzungsprozess.“ Auch bei der Stadt ist man nicht untätig. „Diese Woche führt der Oberbürgermeister Gespräche mit der Landesregierung“, teilte Stadtsprecherin Monika Hörig mit. Darüber hinaus befinde man sich in kontinuierlichem Austausch mit der Hochschule.

Der Sparkassen-Neubau: Um Platz an der Kurfürstlichen Zeile zu schaffen, müssen die dort untergebrachten Teile der städtischen Verwaltung, unter anderem Kultur- und Bürgeramt, weichen. Ein möglicher Standort wäre der geplante Sparkassen-Neubau an der Rheinallee. Nun aber steht die Zukunft der Sparkassen-Immobilien-Tochter ProBonnum GmbH in den Sternen (wir berichteten). Damit ist auch ungewiss, wie es an der Rheinallee weitergehen wird. Sprecher Jörg Wehner führte an, dass die Überlegungen für eine Neubauentwicklung weitergingen, die Ergebnisse des noch einzuleitenden Architektenwettbewerbs abzuwarten seien. Im August 2018 hatte die Stadt Gespräche mit der Sparkasse bestätigt, konkrete Dienststellen aber habe man noch nicht ausgewählt. Nun erklärte Hörig auf Nachfrage: „Die Verwaltung wird alles tun, um im Fall einer Projektbewilligung durch das Land die Flächen rechtzeitig freizuziehen.“ Mögliche Ersatzstandorte würden geprüft.

Endausbau der Haltestelle

Die Haltestelle Rheinallee: In die Überlegungen zum Endausbau der Haltestelle war stets die Sparkasse integriert, da der Vorplatz der Filiale in unmittelbarer Nähe der Bushaltestelle vollständig im Besitz des Geldinstituts ist. Deshalb sei es sinnvoll, beide Vorhaben gemeinsam umzusetzen, hatte es in der Vergangenheit geheißen.

Die Politik: Sparkassen-Neubau und Haltestellengestaltung gemeinsam umzusetzen, sei die beste Möglichkeit, meinte Bezirksbürgermeister Christoph Jansen (CDU). „Aber man kann beides voneinander lösen.“ Das gelte genauso für die Unterbringung der Verwaltung: Der Neubau sei eine von mehreren Optionen, wenn auch „sehr gut angebunden und zentral“. Noch aber stehe ohnehin nichts fest, je nach Raumbedarf der Hochschule könnten die städtischen Mitarbeiter in der Kurfürstlichen Zeile bleiben.

Alternativen für die Verwaltung müssten her, sagte Wolfgang Heedt (FDP). Eine davon könnte seiner Meinung nach der Karajanbau der Stadthalle sein. Für diesen Vorschlag gibt es aber bisher keine Mehrheit. Was die Pläne für die Haltestelle angehe, „muss die Stadt mit der Sparkasse verhandeln. Es hängt davon ab, ob man übereinkommt.“ Nur dann könne man die Planungen, die bisher zu eng bemessen seien, aufweiten, so Heedt. Das eine Projekt habe mit dem anderen nichts zu tun, meinte hingegen Monika Heinzel (Grüne). Dennoch aber „hängt an dem Neubau viel“, das Projekt müsse deshalb zügig entwickelt werden. Vom Umzug der Verwaltung an die Rheinallee allerdings würde die Bezirksverordnete nichts halten. Über der Filiale sollten Wohnungen entstehen, „damit sich der Platz belebt“, so Heinzel.

Reaktionen der Fraktionen

Man habe bereits 2018 für den Erhalt des Sparkassengebäudes votiert, sagte Marcel Schmitt (Bürger Bund Bonn). Daher könne man problemlos mit dem „längst fälligen Umbau“ der Haltestelle an der Rheinallee beginnen. Und: Ein Umzug der städtischen Mitarbeiter „von der Kurfürstenallee in Mieträume kommt für uns nicht infrage“. Sein Vorschlag: Die städtische Immobilie an der Karl-Finkelnburg-Straße, die derzeit als Flüchtlingsunterkunft genutzt wird.

Gegen den Abriss des alten Gebäudes sprach sich auch Ralf Jochen Ehresmann (Linke) aus. Generell wäre die Immobilie für die Verwaltung ideal, allerdings stelle sich die Frage, wie sich die Entwicklungen um ProBonnum zeitlich und finanziell auf die Planungen auswirkten. Die Sparkasse stehe weiterhin zu den Planungen in Bad Godesberg und wolle diese umsetzen, so Hillevi Burmester (SPD). Zusätzlich habe sie vor, sich künftig besser für die Entwicklung des Städtebaus in Bonn aufzustellen, sie wolle wie die Stadt aktiv in die Stadtentwicklung eingreifen. Dies sei begrüßenswert, so die stellvertretende Bezirksbürgermeisterin.