Bahnhof Bad Godesberg wird saniert

Himmelsleiter am Bahnhof

BAD GODESBERG. Die erste Treppe für den provisorischen Bahnsteigzugang nahm gestern Form an: Stufe für Stufe wuchs sie gen Himmel. Die Fußgängerüberführung ist notwendig, damit in Kürze die Sanierung des Godesberger Bahnhofs beginnen kann.

Schon jetzt kann man sehen: Auf die Fahrgäste, die bisher angesichts fehlender Rolltreppen und Fahrstühle nicht verwöhnt waren, kommt heftiges Treppensteigen zu. Es geht mehr als 50 Stufen rauf und dann wieder rund 50 Stufen zum Bahnsteig runter. Mit dem Beginn der Bauarbeiten geht eine lange Wartezeit zu Ende. Immer wieder war die Sanierung des Bad Godesberger Bahnhofs verschoben worden. Jetzt wird die marode Personenunterführung saniert und bekommt drei neue Aufzüge. Insgesamt investiert die Deutsche Bahn nach eigenen Angaben rund acht Millionen Euro. Ende 2016 soll der Umbau abgeschlossen sein.

Die Baustellenvorbereitungen mit dem Bau der Fußgängerbrücke werden voraussichtlich noch bis Dienstag dauern. Ein großer Mobilkran hebt die Bauteile auf die Bahnsteige. Dafür ist auch die Sperrung des ersten Teilstücks der Rüngsdorfer Straße erforderlich. "Ein alternativer Standort für Baumaschinen und Material kann wegen der sehr begrenzten Platzverhältnisse und engen Arbeitszeiten leider nicht gewählt werden", teilte die Bahn mit. Auch Baulärm sei trotz des Einsatzes moderner Arbeitsgeräte nicht zu vermeiden.

Wenn die eigentlichen Sanierungsarbeiten im April beginnen, schließt die Bahn Vorhalle und Fußgängertunnel des Godesberger Bahnhofs. Der Tunnel wird komplett umgebaut. Zwischen Tunneldecke und Gleisen wird Stahlbeton eingebaut, so dass die Decke insgesamt niedriger wird. Damit der Tunnel dann aber noch mindestens 2,50 Meter hoch ist, wird der Boden des Durchgangs um 76 Zentimeter abgesenkt.

Neue Fahrstühle sollen künftig den barrierefreien Zugang zu den Bahnsteigen ermöglichen. Ein Aufzug wird auf der rechten Seite der Bahnhofshalle gebaut, die anderen beiden jeweils an den Aufgängen zu den Bahnsteigen. Weil in Bad Godesberg keine langen, überregionalen Züge halten, will die Bahn die Bahnsteige verkürzen. Sie werden jedoch nicht abgerissen, sondern lediglich abgesperrt. Um vom rückwärtigen Von-Groote-Platz in den abgesenkten Fußgängertunnel zu kommen, ist eine behindertengerechte Rampe erforderlich.

Die jahrelangen Planungen waren immer wieder Thema in der Bezirksvertretung. Die Kommunalpolitiker hatten immer wieder den Bau einer Toilettenanlage und Videokameras für die Unterführung gefordert. Beides lehnt die Bahn jedoch ab.

Sperrungen und Umleitungen

Die Unterführung von der Godesberger Innenstadt zur Rheinallee (Rüngsdorfer Straße) ist wegen der Vorarbeiten zur Sanierung des Bahnhofs zunächst bis Freitag gesperrt. Die Ausfahrt von der Rheinallee durch die Unterführung in Fahrtrichtung Moltkestraße ist möglich. Am Wochenende läuft der Verkehr wieder normal. Eine zweite Sperrung der Unterführung Rüngsdorfer Straße ist nach Angaben der Deutschen Bahn von Montag, 16. März, ab 20 Uhr bis Dienstag, 17. März, 9 Uhr erforderlich. Die Bonner Stadtwerke (SWB) haben angekündigt, dass ihre Busse Dienstag bis 12 Uhr auf Umleitungsstrecken fahren. Die Bushaltestelle "Bad Godesberg-Bahnhof/Löbestraße" für die Fahrtrichtung Rheinallee/Bonn Hbf.(U)/ Rheinufer wird aufgehoben. Fahrgäste können auf die Haltestellen "Löbestraße" auf der Koblenzer Straße und "Rheinallee" ausweichen.