Michaelskapelle in Bad Godesberg

Hilfe für die Michaelskapelle naht

BAD GODESBERG. Die tiefen Sorgenfalten der Förderer der Bad Godesberger Michaelskapelle könnten in diesen Tagen ein wenig gestrafft werden. Denn endlich naht massive Hilfe für das kunsthistorische Kleinod unterhalb der Godesburg. Das Denkmalschutz-Sonderprogramm des Bundes ermöglicht die Dachsanierung der Michaelskapelle noch in diesem Jahr.

Das Gotteshaus gehört zu 25 bedeutenden Denkmälern in Nordrhein-Westfalen, für die der Bund nun insgesamt 4,5 Millionen Euro zur Verfügung gestellt hat. Damit kann die Dachsanierung von Kapelle und der angrenzenden Einsiedelei vermutlich noch in diesem Jahr erledigt werden.

Nach den Trockenlegungsarbeiten vor zwei Jahren beginnt damit jetzt der zweite Abschnitt der umfangreichen Sanierung. Es sind vor allem die wertvollen Stuckarbeiten und Fresken an Wänden und Decke innerhalb des Bauwerks, welche die Michaelskapelle einzigartig machen. Doch die Kunstschätze sind bedroht, seit Jahren ist das Dach undicht. "Deshalb müssen wir schnell handeln", sagt auch Dechant Wolfgang Picken.

Die Kapelle gehört der Kirchengemeinde. Die aber kann den Eigenanteil an den Kosten kaum erbringen. Obwohl es sich bei der Kapelle um ein vergleichsweise kleines Gebäude handelt, werden die Kosten für die Dachsanierung auf 450 000 Euro geschätzt. Dankbar äußert sich der Dechant deshalb gegenüber dem Förderverein, der sich dem Erhalt des Baus verschrieben hat. "Jede Spende an den Verein hilft uns", so Picken.

Zu denen, die sich seit Jahren für die Michaelskapelle engagieren, gehört der frühere Juraprofessor Hartmut Schiedermair. Mehrfach hatte sich der Vorsitzende des Fördervereins mit anderen Vorstandsmitgliedern und Bürgern zu Ortsterminen in der früheren Burgkapelle getroffen, die den Godesbergern bis zum Bau von Sankt Marien einst als Pfarrkirche diente. "Nicht nur die Dacherneuerung, auch die Restaurierung von Stuck und Fresken ist ohne weitere Fördermittel und vor allem auch ohne Hilfe aus der Bevölkerung nicht denkbar", sagt Schiedermair und ruft somit zu weiteren Spenden auf. In den vergangenen Jahren waren in Fresken und Deckenfiguren erschreckende Risse immer sichtbarer geworden.

Die Innenrestaurierung der Kapelle soll nach Fertigstellung des Dachs erfolgen. Ihre Kosten dürften sich ersten Schätzungen zufolge in einer ähnlichen Größenordnung bewegen wie jene für das neue Dach. Die Michaelskapelle ist das älteste und einzige noch erhaltene Baudenkmal der kurkölnisch-höfischen Architektur des späten 17. Jahrhunderts. Um 1660 war sie errichtet und dem Erzengel Michael geweiht worden.

Aus Freude über den Geldsegen haben sich unterdessen auch die Grünen um ihren Bonner Landtagsabgeordneten Rolf Beu zu Wort gemeldet. "Selbstverständlich hätten wir uns auch noch für andere Bonner Denkmäler zusätzliche Fördermittel erhofft", sagte der denkmalpolitische Sprecher der Stadtratsfraktion, Werner Rambow.