20 Jahre Austausch mit Nepal

Hilfe für Waisen und arme Familien

Für die Nepalhilfe aktiv sind (von links) Alexander Schmidt, Laxmi Gurung, Fred Prünte und Raj Kumar Shrestha.

Für die Nepalhilfe aktiv sind (von links) Alexander Schmidt, Laxmi Gurung, Fred Prünte und Raj Kumar Shrestha.

Bad Godesberg. Seit 20 Jahren unterstützt der Freundeskreis Nepalhilfe durch Betreuung und Bildungsangebote Kinder und Jugendliche in einem der ärmsten Länder der Welt. Am Samstag feierte der Verein mit Live-Musik und angereisten Gästen aus Nepal seinen runden Geburtstag in der Pauluskirche in Friesdorf.

„Die Thomaskirchengemeinde gehört seit Jahren zu den Unterstützern des Freundeskreises“, sagt dessen Gründer und Vorsitzender Alexander Schmidt. Das liegt nicht zuletzt am großen Einsatz von Fred Prünte, der 2008 nach Nepal gekommen war und dort als Arzt arbeitete.

Zwei Jahre später lernte er Schmidt kennen und war auf Anhieb von dessen Kinderdorf-Projekt in Pokhara begeistert. Diesen Enthusiasmus übertrug er schließlich auf die Kirchengemeinde, die den Freundeskreis Nepalhilfe seither mit Spenden unterstützt.

Mit Hilfe von Sponsoren aus ganz Deutschland wuchs das Kinderdorf auf mittlerweile vier Häuser an. „Die Kinder, die zu uns kommen, sind häufig Waisen oder stammen aus extrem armen Familien. Im Kinderdorf werden sie von zwei Ziehmüttern pro Haus betreut“, so Schmidt.

Es gehe darum, den Kindern ein möglichst sorgenfreies Aufwachsen mit festen Strukturen zu ermöglichen. Dabei solle die Tradition jedoch stets bewahrt werden. „Wir halten zum Beispiel Ziegen, Fische und andere Tiere und wir besitzen ein Treibhaus mit unterschiedlichen Pflanzen. Außerdem lernen die Kinder bei uns traditionelle Tänze.“

Nach der achten Klasse geht es für die Jugendlichen dann weiter in ein Jugendhostel, das ebenfalls vom Freundeskreis betreut wird. „Sie sollen lernen, eigenverantwortlich zu denken, damit sie später auf eigenen Füßen stehen und sich selbst finanzieren können“, so Raj Kumar Shrestha, Partner des Freundeskreises auf nepalesischer Seite.

Anschließend erhalten die Jugendlichen drei Jahre lang etwa 60 Euro für eine Berufs- und Schulausbildung. Sie müssen sich zu diesem Zeitpunkt bereits eine eigene Wohnung suchen.

„Am Ende findet fast jeder einen Job“, berichtet Schmidt. „Etwa die Hälfte von ihnen geht sogar ins Ausland. Dort können sie ihre Qualifikation erhöhen und mehr Geld verdienen als in Nepal, wo die Löhne wirklich miserabel sind.“

Trotzdem sei es das langfristige Ziel, dass die ehemaligen Ziehkinder später wieder in ihr Geburtsland zurückkehren. „In Nepal könnten sie zum Beispiel im Gesundheitswesen tätig sein oder den Tourismus fördern“, hofft Kumar Shrestha.

Derzeit befinden sich 126 Kinder im Projekt, von denen 92 im Kinderdorf wohnen. Sie werden von 22 hauptamtlichen Mitarbeitern betreut, die allesamt aus Nepal stammen. Fred Prünte fährt einmal im Jahr nach Nepal, um die Kinder zu besuchen, und freut sich jedes Mal auf die glücklichen Gesichter, die ihn dort erwarten. „Ich bin einfach stolz, dass ich bei so einem tollen Projekt mitmachen darf. Die Freude der Kinder gibt mir so viel. Ich kann nur jedem empfehlen, sich uns anzuschließen.“