Sitzung des Runden Tischs Flüchtlingshilfe

Helfer wollen mehr Dialog mit der Politik

Bad Godesberg. Der Runde Tisch Flüchtlingshilfe hat sich in seiner jüngsten Sitzung mehr Unterstützung von der Bezirksvertretung Bad Godesberg gewünscht.

Das Gremium berichtete im Anschluss, dass seit Bestehen des Runden Tisches kein Kontakt aufgenommen worden sei. "Das Ergebnis ist eine große Schere zwischen Politik und praktischer Arbeit, die sich auch in mancher politischen Entscheidung widerspiegelt", so Moderator Wolfgang Picken, leitender Pfarrer des katholischen Seelsorgebereichs Bad Godesberg.

Die vielen Akteure der Flüchtlingshilfe in Bad Godesberg hätten es verdient, dass ihre wertvolle Arbeit von der lokalen Politik wenigstens zur Kenntnis genommen werde.

Die Akteure der Godesberger Flüchtlingshilfe haben am Beispiel des Bonner CDU-Landtagsabgeordneten Christos Katzidis erlebt, dass Zusammenarbeit auch anders funktionieren kann. Er nehme regelmäßig an den Sitzungen des Runden Tisches teil und habe manche Frage noch während des Treffens klären können.

Christian Schäfer, Leiter der Bezirksverwaltungsstelle Bad Godesberg, berichtet über den Auftakt des Leitbildprozesses. "Mit 500 Personen war die Auftaktveranstaltung sehr gut besucht, wir würden uns aber mehr Beteiligung von Godesbergern mit Migrationshintergrund und gerne auch Geflüchteten wünschen", so Schäfer.

Für den weiteren Prozess soll der Runde Tisch in der entsprechenden Expertengruppe vertreten sein.

Der Runde Tisch wird sich auch an dem für den 9. September geplanten Kulturspektakel rund um die Kammerspiele beteiligen. "Das Thema Flüchtlingshilfe darf nicht zu einem Nischenthema werden. Das Kulturspektakel gibt uns die Gelegenheit, den Besuchern einen unmittelbaren Überblick über die Fortschritte bei der Integration zu geben", so Picken.

Die Flüchtlinge sollen bei dem Theaterfest eine aktive Rolle bekommen. Im eigens gegründeten Arbeitskreis sind elf Organisationen vertreten.

Bei ihrer Sitzung diskutierten die Helfer außerdem über die Bedeutung von psychischen Belastungen für den Integrationsprozess. Dabei wurde deutlich, dass viele Flüchtlinge unter großem Druck stehen und sich oft überfordert fühlen. "Zwischen Jobcenter, Sprachschule, Berufsorientierung und Familiennachzug kommen viele Geflüchtete an ihre Grenzen", so Lena Clever, die das Sozialpsychiatrische Kompetenzzentrum Migration der Awo in Bad Godesberg leitet.

Gerade an die, die zunächst sehr schnell vorangekommen seien, würden höhere Erwartungen gestellt, zum Beispiel in der Berufsschule. Dieses Thema wird in der nächsten Sitzung fortgesetzt. (koe)