Spirit of Gospel

Harmonischer Wohlklang in der Godesberger Wartehalle

Entspannen und Kraft schöpfen: Trainer Girod Marcel gibt den Besucherinnen eine Einführung in die Sahaja-Yoga-Meditation. Dabei soll die im Körper schlafende spirituelle Kraft "Kundalini" geweckt werden.

BAD GODESBERG. "We can move mountains" donnerte es am Samstagmittag um punkt 12 Uhr den Ankömmlingen in der Bad Godesberger Bahnhofshalle entgegen. "Wir können Berge versetzen, wenn wir glauben", schmetterten da an die 40 in lange schwarz-violette Gewänder gekleidete Sänger.

´Der Chor "Spirit of Gospel" der katholischen Pfarrei St. Martin und Severin bestritt für die Stadt Bonn auch in diesem Jahr mit einem Auftritt im Bahnhof den internationalen "Gospel Day 2012". Ob der Klangschönheit hellten sich die meisten Gesichter der Vorbeieilenden sofort auf. Vorne griff Chorleiter Michael Langenbach-Glintenkamp beherzt in die Keyboardtasten. Neben ihm gab Dietmar Dietrich auf einer Holzkiste temperamentvoll den Rhythmus an. "Wir können etwas tun, lass uns die Hände reichen und einfach anfangen, die Welt mit Liebe zu verändern", beendeten die gut gelaunten Gospelsänger ihr Lied.

Nach einigen Sekunden kam riesiger Applaus auf. Die Bahnhofshalle hatte sich im Nu gut gefüllt. Reisende hielten ihre Köfferchen an. Die Sitzplätze waren sofort besetzt. Pater Clemens van Weelden verteilte eifrig Handzettel. "Gemeinsam singen, gemeinsam etwas verändern, das ist eine gute Idee", betonte der Franziskanerpater.

Weltweit mehr als 10.000 Menschen würden zeitgleich ihre Stimme in öffentlichen Gebäuden erheben, um eine, nämlich die gute Botschaft zu verkünden: dass jeder Einzelne aufstehen könne gegen Hunger und Armut in der Welt. "Jeder Siebte hungert in unserer Welt: Lasst uns was ändern", gab Langenbach-Glintenkamp als Aktionsmotto aus, bevor seine Goldstimmen zu einem kräftigen "Come into his presence" anstimmten. Er sei unwillkürlich im Bahnhof hängengeblieben, bekannte Matthias Hohnrath, der im Publikum schon zu den Rhythmen mitwippte.

Die Sänger reckten derweil schon im Takt alle Hände in die Luft, die Hüften kreisten, ansteckendes Klatschen erklang zum Song "Lord, you are good". "Ein echtes Erlebnis", freute sich Anneliese Abend, die sich diese halbe Stunde im Bahnhof gerne gönnte. Sie hätte nie gedacht, dass die Akustik in der Halle so fantastisch sei, bekannte daneben Irmela Drachenfels.

Die Deutsche Bahn unterstütze diese wunderbare Aktion gerne, betonte Bernhard Christ, Leiter des Bahnhofsmanagements, der mit seiner Frau aus Köln angereist war. Zwischen zwei Liedern bestätigte er seinen Nachbarn auch noch einmal, dass die Bahn den doch arg verlotterten Godesberger Bahnhof bis Ende 2014 komplett erneuern werde. Auch eine gute Botschaft an diesem Tages. Und dann nahmen die stimmgewaltigen Sänger noch einmal mächtig Fahrt auf: mit einem donnernden "Let us stand, hand in hand".