Renovierung

Hansa-Haus wird Zentrum für Rock und Pop

BAD GODESBERG. Nun steht fest, wie es mit dem Hansa-Haus in der Bad Godesberger Innenstadt weitergeht. Das Gebäude mit einer Nutzfläche von rund 1800 Quadratmetern wird saniert und nach und nach zu einem Bonner Zentrum für Rock und Pop werden.

Das hat der Rat in seiner jüngsten Sitzung einstimmig beschlossen. Mit ihrem Votum folgten die Politiker einem Vorschlag der Stadt.Spätestens zum 31. Dezember 2012 dürfen die Räume nicht mehr genutzt werden.

Dann wird das Hansa-Haus, das als Hotel errichtet und 1925 zu einem Geschäfts- und Bürohaus umgebaut wurde, für insgesamt rund 1,3 Millionen Euro saniert. Laut Verwaltung muss unter anderem der Brandschutz auf den neuesten Stand gebracht werden, außerdem müssen Innenbereich, Dach und Fassade erneuert werden.

Hinzu kommen rund 100.000 Euro, um die ehemalige Michaelschule an der Friesdorfer Straße für eine temporäre Nutzung auf Vordermann zu bringen. Dazu gehören unter anderem eine Grundreinigung, die Verstärkung von Stromanschlüssen und eine "leichte Schallschutzdämmung".

Denn dort soll das Musiknetzwerk, das das Hansa-Haus bereits jetzt nutzt, während der Bauphase unterkommen. Laut Verwaltung ist in den Räumen auch Platz für die anderen Mieter, falls sie das Haus während der Sanierung ebenfalls verlassen müssen. Ob das notwendig ist, steht noch nicht fest.

Wenn alles fertig ist, zieht das Netzwerk wieder in das Haus an der Moltkestraße ein - genau wie der Godesberger Turnverein, die Marine-Kameradschaft, der Bonner Shanty-Chor, das Deutsche Rote Kreuz (DRK) und die Circusschule Don Mehloni, die die derzeitigen Mieter sind.

Von drei Ladenlokalen sind zurzeit zwei vermietet: In einem befindet sich die Kleiderstube des DRK, in dem anderen ein Kiosk. Das dritte Ladenlokal soll nach Wunsch der Verwaltung als Jugendtreff, als "One World Café" genutzt werden. Wann das der Fall sein wird, ist noch nicht klar: Zunächst wird sich wie berichtet ein mobiles Team um die Jugendlichen kümmern.

Für die jetzigen Mieter ändert sich nichts. Sollte aber einer von ihnen das Haus verlassen, werden die frei werdenden Räume bevorzugt an das Musiknetzwerk, junge Künstler, Bands oder Unternehmen aus dem Bereich Rock und Pop vergeben. Die Mietkonditionen werden sich nicht ändern. Langfristig könnte das Gebäude dann ausschließlich diesem Zweck gewidmet sein.

Zunächst hatte die Verwaltung in Erwägung gezogen, das Hansa-Haus angesichts des erheblichen Sanierungsbedarfs zu verkaufen. Dagegen jedoch hatte sich seitens der Kommunalpolitik Widerstand geregt. Zudem stellte die Stadt fest, dass sich als Alternative die Michaelschule deutlich unproblematischer vermarkten ließe - dies soll geschehen, wenn das Netzwerk wieder ins Hansa-Haus eingezogen ist.