Rektorwechsel am Godesberger Ako

Hamburger Pater kommt als neuer Rektor

Bad Godesberg. Pater Martin Löwenstein wird am 9. Juli am Bad Godesberger Aloisiuskolleg eingeführt. Pater Johannes Siebner geht nach München und übernimmt dort die Funktion des Provinzial der Deutschen Ordensprovinz.

Ein gut gelauntes „Moin, Pater Löwenstein“ steht seit gestern auf der Homepage des Aloisiuskollegs (Ako). Der Gruß vom Rhein an die Waterkant gilt einem 55-jährigen, auf Fotos fast immer freundlich blickenden Jesuitenpater, der seit 2009 als Gemeindepfarrer am Kleinen Michel und Seemannspastor in Hamburg arbeitet. Denn dieser Pater Martin Löwenstein wird nach den Sommerferien neuer Ako-Rektor werden. Zum Ako-Sommerfest am 9. Juli wird er eingeführt.

Wie berichtet, musste ein Nachfolger für den aktuellen Ako-Rektor Pater Johannes Siebner ernannt werden. Siebner soll dieses Jahr in München als Nachfolger Stefan Kiechles als Provinzial der Deutschen Ordensprovinz antreten. Löwenstein wurde also gebeten, sich auf die Sendung nach Bonn einzulassen, und er sagte zu. Er freue sich sehr und sei dankbar über die Wahl Pater Löwensteins, sagt Pater Siebner dem GA. Er selbst werde bis Ende April noch „mit voller Kraft“ am Ako tätig sein.

In Bonn kein Unbekannter

Der kommende Neue am Bonner Jesuitenkolleg ist auf jeden Fall kein Unbekannter in Bonn, und einige Ehemalige erinnern sich noch an ihn als einen jungen, frischen Geistlichen. Nachdem er 1980 in den Orden eingetreten war und die üblichen Ausbildungsschritte über Noviziat, Philosophie, Magisterium in der Jugendarbeit in Hamburg sowie Theologie nahm, wohnte Pater Löwenstein ein erstes Mal am Kolleg. Er studierte an der Bonner Universität Politikwissenschaften und Volkswirtschaft und war in dieser Zeit Pfarrvertreter in St. Evergislus in Bad Godesberg.

Dann folgten, bevor es nach Hamburg ging, Stationen als Dozent in der Erwachsenenbildung, als Verwaltungsleiter an der Jesuitenhochschule Sankt Georgen, die weitere Ausbildung in Polen und in der Hochschulpastoral in Göttingen und dann von 2001 bis 2009 als Pfarrer der Hochschulgemeinde in Frankfurt.

Von der Familie her ist der in Bayern Geborene übrigens ein Prinz zu Löwenstein-Wertheim-Rosenberg, also Spross einer Hochadelsfamilie. Im Internet zeigt er sich speziell theologisch bestens „vernetzt“: Über den Glauben in Zeiten des Internets gibt er dort ebenso in Predigten und Videofilmen Auskunft wie über die Tiefe christlichen Denkens, über die Ökumene, Taufe oder die Trauer im Todesfall. Spannend zu lesen im 500. Reformationsjahr dürften auch seine Gedanken zu „Luther und die Jesuiten heute“ sein.