Kommentar zum Jugendzeltplatz

Gut investiert

Betreuer einer Jugendgruppe üben während ihres Aufenthalts auf dem Platz am Rande von Schweinheim den Gleichschritt.

Betreuer einer Jugendgruppe üben während ihres Aufenthalts auf dem Platz am Rande von Schweinheim den Gleichschritt.

Bad Godesberg. Der Jugendzeltplatz in Schweinheim soll schließen, die Zuschüsse der Stadt von 33.000 Euro soll es nicht mehr geben. Dass das Geld bisher aber gut investiert wurde und warum es ein Fehler ist, den Platz zu schließen, kommentiert GA-Redakteurin Silke Elbern.

Es ist mehr als traurig, dass die Stadt trotz bestehender Schließungsabsichten zum jetzigen Zeitpunkt keine Angaben zur Rentabilität des Jugendzeltplatzes Bonn machen kann. Wenn man den Worten des Vereinsvorstandes und seinen Abrechnungen Glauben schenken darf, geht es um ein Zuschussgeschäft von 33.000 Euro pro Jahr, die Mieteinnahmen berücksichtigt.

Nicht nur, dass der Betrag verglichen mit anderen Projekten fernab der Jugendarbeit eher klein ist. Für mich ist das Geld vor allem gut investiert. Was Zeltplatzleiter und Verein am Rande des Kottenforsts leisten, kommt letztlich allen zugute. Sie vermitteln Stadtkindern ein Leben in der Natur, ermöglichen Mädchen und Jungen aus Kindergärten und Schulen unbeschwerte Stunden, lassen Nationalitäten und Religionen aufeinandertreffen. Kurzum: Sie geben Raum für Gemeinschaft.

Was an der aktuellen Entwicklung aber wohl am schlimmsten wiegt, ist der Umgang mit den Ehrenamtlichen. Seit mehr als fünf Jahren gibt es Pläne zur Schließung, weitergegeben hat das an die Betroffenen niemand. Stattdessen kommt nun das Aus, angekündigt mehr oder weniger nebenbei. Die SPD hat mit ihrer Anfrage einen ersten Schritt getan. Es bleibt - nicht nur für Bad Godesberg - zu hoffen, dass es nicht der letzte sein wird. Gefragt ist nun ein interfraktioneller Wille zum Erhalt des einzigen Angebots dieser Art im Großraum Bonn.