Architektenentwurf

Godesberger Verein stellt Pläne für "Neues Kurfürstenbad" vor

So könnte das sanierte Kürfürstenbad aussehen.

So könnte das sanierte Kürfürstenbad aussehen.

Bad Godesberg. Die Bürger.Bad.Godesberg beharren auf einer Sanierung des Kurfürstenbades und haben einen eigenen Architektenentwurf anfertigen lassen.

Kurz vor dem Bürgerentscheid zum geplanten Wasserlandbad rührt der Verein Bürger.Bad.Godesberg die Werbetrommel für ein „Neues Kurfürstenbad“ und stellt erstmals Ansichten vor, wie es innen aussehen könnte – barrierefrei, grundsaniert und um einen Anbau erweitert.

Der Architektenentwurf basiert in seinen Maßen laut Verein auf Planungsunterlagen aus den Jahren 2009 und 2012. Er zeigt einen neugestalteten Eingang und die alte Halle, die an einer Längsseite Fenster erhalten soll „für die Lichtdurchflutung und Leichtigkeit“, wie es Vorsitzender Joachim Schäfer bei der Vorstellung des Konzepts am Freitag beschrieb. Geplant ist eine Rutsche vor dem Mosaik von Paul Magar. Im Neubau soll ein Lehrschwimmbecken vorhanden sein, auch die Sauna wieder öffnen. Das Bad wäre vom Grundriss künftig L-förmig.

Wie Schäfer sagt, geht es dem Verein vor allem um die Kosten für den Steuerzahler. Während das Wasserland samt Mehrwertsteuer 71,6 Millionen Euro kosten würde, könne man das Kurfürstenbad für 15 und das Frankenbad für 20 Millionen in Schuss bringen. So würden für Dottendorf rund 35 Millionen Euro mehr ausgegeben.

Kampagne gegen Bad in Dottendorf

Bürger.Bad.Godesberg spricht von einem „Kampf David gegen Goliath“, den die Mitglieder mit Argumenten anträten. Es wurden Plakate und Banner gedruckt, Flyer gegen ein neues Bad werden nun verteilt. Die Kosten trage der Verein, während das Marketing von Stadtwerken und Stadt vom Bürger gezahlt werde, heißt es.

„Auch das Kurfürstenbad war barrierefrei. Es gab einen Fahrstuhl und einen Lift, um Leute ins Wasser zu lassen“, sagte Hans-Reimar von Mutius. Er hat aufgelistet, dass die Beibehaltung der Stadtteilbäder Vorteile bringe: drei statt zwei 25-Meter-Becken, mehr Bahnen fürs Schulschwimmen, es könnten sechs statt vier Klassen gleichzeitig unterrichtet werden – wenn ein Lehrer zwei Außenbahnen beaufsichtigt. Martin Seiler von der Initiative „Frankenbad bleibt Schwimmbad“ stellt Fahrzeiten fürs Schulschwimmen vor, die er über Google Maps errechnet hat: Er kommt zum Ergebnis, dass Hin- und Rückweg morgens an Werktagen für alle Schulen kürzer wäre als nach Dottendorf.

Ab kommendem Donnerstag verschickt die Stadt die Wahlunterlagen für den Bürgerentscheid. Bonner, die ihren Erstwohnsitz in der Stadt haben und mindestens 16 Jahre alt sind, können über die Frage abstimmen: „Soll der Neubau eines Schwimmbades in Bonn-Dottendorf gestoppt werden?“