Bauarbeiten

Godesberger Tunnel am Wochenende geschlossen

Die gesperrte Röhre des Godesberger Tunnels.

Der Godesberger Tunnel wird am Wochenende geschlossen.

Bad Godesberg. Autofahrer müssen damit rechnen, dass es ab diesem Wochenende wegen Sanierungsarbeiten zu erheblichen Verkehrsbehinderungen auf der B9 in Bonn kommt.

Seit einigen Tagen weisen noch durchgestrichene Schilder auf die Großbaustelle im Bad Godesberger Straßentunnel hin. Ab diesem Wochenende wird es dann für anderthalb Jahre eng, das Tiefbauamt geht – vor allem am Anfang – von erheblichen Verkehrsbehinderungen aus. Am Samstag müssen die Autofahrer sogar damit rechnen, dass für einige Zeit beide Röhren gesperrt sind.

Zunächst muss am Samstagmorgen ab 2 Uhr die bergseitige Tunnelröhre (derzeit Fahrtrichtung Süden) ganz dicht gemacht werden. Darin wird nach Angaben des Tiefbauamts eine 80 Zentimeter hohe Leitwand installiert. „Sie trennt die beiden Fahrspuren, damit dort in den ersten neun Monaten der Zweirichtungsverkehr fließen kann, während in der rheinseitigen Röhre (Fahrtrichtung Norden/Bonn) Arbeiten ausgeführt werden“, erläutert der städtische Vizesprecher Marc Hoffmann. Und: „Eventuell kann die bergseitige Röhre bereits am Samstagabend wieder geöffnet werden.“

Spätestens am Montagmorgen, 13. August, steht die Röhre dem Berufsverkehr wieder zur Verfügung – allerdings für die nächsten neun Monate einspurig mit Gegenverkehr und Maximaltempo 30. Danach werden die Autos für dieselbe Zeit durch die andere Röhre geleitet. Die rheinseitige Tunnelröhre muss am Samstag auch gesperrt werden, weil die Kreuzungen an ihren Enden neu markiert, die Ampeln umprogrammiert und Probeläufe durchgeführt werden. Autofahrern bleiben dann nur die Nebenstrecken durch die Bad Godesberger City oder durch Plittersdorf. „Alle notwendigen Arbeiten werden so schnell wie möglich erledigt“, verspricht das Tiefbauamt.

Auslöser für die Arbeiten in den Tunnel ist die laut Richtlinien vorgeschriebene Erneuerung des Brandschutzes. Künftig sollen über Deckenöffnungen die Brandgase gezielt in der Nähe eines Feuers abgesaugt werden. Dies erzeugt einen Luftstrom zur Absaugöffnung, der ein Ausbreiten von Brandgasen und Rauch verhindert. Je Tunnelröhre werden 15 Lüftungsklappen mit einer Größe von je rund drei mal drei Metern in die Decke eingebaut. Die alten Strahlventilatoren werden entfernt. Die beauftragten Firmen werden im Tunnel im Zwei-Schicht-Betrieb arbeiten. Alles zusammen wird 8,5 Millionen Euro kosten.

Die Verkehrsführung bis Mitte Mai nächsten Jahres:

Nordportal: Wer über die Elsässer Straße zur B 9 fährt, darf nicht mehr rechts zum Tunnel abbiegen. Auf der Wurzerstraße entfällt der Linksabbieger in den Tunnel. Die Kurzröhre zur Bonner Straße (City) wird in diese Richtung geschlossen, steht den Fahrern in Richtung Bonn aber weiter zur Verfügung. Die Zu- und Ausfahrt über die Rampe Godesberger Straße (Obi-Markt) wird gesperrt.

Südportal: Die Rampe Koblenzer Straße vor McDonald's wird nur noch von Autos befahren, die aus dem Tunnel heraus in Richtung Mehlem unterwegs sind. In Gegenrichtung ist sie gesperrt. Stattdessen steht ein paar Meter weiter die Einfahrt Friedrichallee offen, über die alle im Tunnel nach links in die offene Röhre geleitet werden. Fußgänger können die Friedrichallee nicht mehr überqueren und müssen einen Umweg in Kauf nehmen.

Umleitungen: Das Nadelöhr wird die täglich 40 000 Fahrzeuge nicht aufnehmen können, sagt das Tiefbauamt voraus und empfiehlt, auf die MUK-Strecke (Mittel-, Ubier-, Konstantinstraße) oder die bahnparallelen Straßen (Oscar-Rome᠆ro-, Nahum-Goldmann-, August-Bebel-, Martin-Luther-Allee und Godesberger Straße) auszuweichen.

Nahverkehr: Wenn Stau entsteht, sind davon auch die Busse der Linien 610, 611, 612, 613, 614, 615 und 631 betroffen. „Wer die Möglichkeit hat, sollte für eine Fahrt nach Godesberg und in Richtung Innenstadt die Stadtbahnlinien 63/16 nutzen“, empfiehlt Stadtwerkesprecher Michael Henseler. Auch die Fahrt mit Regionalzügen sei eine Möglichkeit.

Eine Übersicht gibt es auf swb-busundbahn.de/artikel/umleitungen