Fußballverein und Firma Miesen Godesberger Kunstrasenplatz kommt mit Verzögerung

Der Platz an der Friesdorfer Straße: Der Godesberger Fußballverein soll einen Kunstrasenplatz bekommen.

Bad Godesberg. Das Tauschgeschäft ist auf der Zielgeraden: Die Firma Miesen kauft ein Teil des Vereinsgeländes des Godesberger Fußballvereins für eigene Zwecke und ermöglicht damit den Bau eines Kunstrasenplatzes.

Die ursprüngliche Idee klang verlockend: Die in der Südstraße ansässige Traditionsfirma Miesen kauft die Hälfte des Grundstückes des Godesberger Fußballplatzes an der Friesdorfer Straße, um dort Tiefgarage, Großhalle und Büros zu bauen. Im Gegenzug hätte dann Miesen-Eigentümer Christoph Jolas dem Godesberger Fußballverein (GFV) einen neuen Kunstrasen spendiert. Das ist jetzt zweieinhalb Jahre her. Wäre es bei dieser Idee geblieben, wären wohl alle Beteiligten heute bereits weiter. „Wir hätten für alles gesorgt und hätten das zügig durchgezogen“, so Jolas. Doch aus der vermeintlichen Win-win-Situation wurde nichts.

Der Grund, so Jolas: Der Verein wollte neben dem Kunstrasenplatz noch ein Spielfeld für die Jugendfußballer installieren. „So blieben uns von den angedachten 10.000 Quadratmetern nur noch 7700 Quadratmeter“, berichtet Jolas. Aber auch darüber freut sich der Unternehmer, denn: „Wir brauchen die Fläche.“ Kritik an dem langwierigen Verfahren äußert Jolas nicht: „Fachplaner für verschiedene Gutachten zu finden, das dauert eben. Außerdem stehen wir jetzt kurz vor dem Ziel.“

Die Planungen zur Einreichung einer Bauvoranfrage sind fertig. Nun wartet Jolas noch auf die Fertigstellung der beauftragten Umwelt- und Immissionsgutachten, die notwendige Anlagen der Bauvoranfrage sind. „Die Gutachten werden im Verlauf dieses Monats fertiggestellt, so dass die Bauvoranfrage voraussichtlich auch im September eingereicht werden kann“, teilte die Verwaltung auf Anfrage des Bürger Bunds mit.

DFB-Platzmaß nur Richtwert

Nachgefragt hatte der Bürger Bund auch, was die genaue Größe des neuen Platzes angeht: „Das vom Fragesteller angesprochene DFB-Maß (68 Meter x 105 Meter Nettospielfläche) stellt lediglich eine Empfehlung dar. Breiten von 45 Meter bis 90 Meter und Längen von 90 Meter bis 120 Meter sind gleichermaßen regelkonform, diese Maße können mit Blick auf die Größe der Anlage in jedem Falle eingehalten werden. Die derzeitige Planung geht aus Kostengründen von einer Nettospielfläche von 60 Meter x 90 Meter aus. Auf Grundlage dieser Platzgröße wurden eine Bauvoranfrage gestellt sowie notwendige Immissionsgutachten beauftragt beziehungsweise angefertigt“, teilt die Verwaltung in einer Vorlage für die heute, Mittwoch, stattfindende Sitzung der Bad Godesberger Bezirksvertretung mit.

„Die Zusammenarbeit mit der Stadt läuft hervorragend“, sagt Stephan Ebeling, Kassierer im Bereich Jugendvorstand des Godesberger Fußballvereins mit. In der kommenden Woche, so hoffen die Verantwortlichen, wird ihnen das Sport- und Bäderamt einen Zeitplan für die Umsetzung vorlegen. „Wir hoffen auf den nächsten Sommer“, zeigt sich Ebeling zuversichtlich.

Den gewünschten Jugendspielfeld-Platz neben dem künftigen Kunstrasenplatz will der Verein dann „alleine versuchen zu stemmen“, so Ebeling. Den Eigenanteil für den Verein am neuen Jugendplatz schätzt Kassierer Ebeling auf etwa 25.000 bis 30.000 Euro bei einem Gesamtvolumen von 80.000 Euro.

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