Bad Godesberger Original

Geschichten von der Lindenwirtin

Zum 82. Todestag der Ehrenbürgerin Ännchen Schumacher versammeln sich Godesberger an ihrem Grab.

Zum 82. Todestag der Ehrenbürgerin Ännchen Schumacher versammeln sich Godesberger an ihrem Grab.

Bad Godesberg. Die Schützen würdigen Ehrenbürgerin Ännchen Schumacher zum 82. Todestag. Obwohl sie schon so lange tot ist, sind viele Anekdoten aus ihrem Leben bis heute bekannt.

Ännchen Schumacher starb am 26. Februar 1935. Was geblieben ist, sind die zahlreichen Geschichten über die „Lindenwirtin“ – wie sie von ihren Gästen genannt wurde. Obwohl niemand mehr das „Ännchen“ persönlich kannte, trafen sich zum 82. Todestag der Ehrenbürgerin am Samstagnachmittag die Ännchen-Schützen, der stellvertretende Bezirksbürgermeister Michael Rosenbaum und andere Godesberger am Grab der berühmten Wirtin auf dem Burgfriedhof.

„Wir müssen uns mit dem begnügen, was wir noch wissen“, sagte Günther Dittmann, Ehrenpräsident der Ännchen-Schützen. Er war bei der Gründung des Schützenvereins 1957 im Gasthof „Zur Lindenwirtin“ dabei und saß noch bei Vereinssitzungen in der alten Gaststube, bis diese 1971 abgerissen wurde. Man könne schließlich nicht an allem, was verfällt, festhalten, sagte Dittmann. Die Ännchen-Schützen verwalten heute aber noch die alten Porträts, das Gedenkbuch und Teile der Innenausstattung des Gasthauses.

Dittmann ist ein Ännchen-Experte und kennt zahlreiche Anekdoten aus ihrem Leben. Er erzählt von beruflichen Verwechslungen wegen des Nachnamens „Schumacher“, von schweren Zeiten während des 1. Weltkriegs, die Ännchen schließlich dazu brachten, das Gasthaus zu verkaufen, und von ihren goldenen Zeiten als Wirtin. 1907 hätten einige Studenten ihr sogar einen Karnevalszug in Köln gewidmet.

Ännchen Schumacher wurde 1860 in Bad Godesberg geboren und musste nach dem Tod ihres Vaters bereits im Alter von 18 Jahren dessen einstigen „Gasthof zum Godesberg“ übernehmen. Die Umgebung mit ihren Wanderrouten war für die junge Wirtin ein Glücksfall und ihr Lokal wurde zu einer sehr beliebten Studentenkneipe.

Die zahlreichen Studenten, die sich sonst in verfeindete Burschenschaften und Corps aufteilten, saßen dann friedlich zusammen, weshalb Ännchen auch als „Mutter der Studenten“ bezeichnet wurde. „Wir hoffen, dass der neue Eigentümer die Tradition der Lindenwirtin fortführt“, sagte Vize-Bezirksbürgermeister Rosenbaum in seiner Rede zum Eigentümerwechsel der Gaststätte „Zur Lindenwirtin“.